Plastik: als Werkstoff ein Alleskönner, in der Umwelt ein Problem

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13-10-20 02:47:00,

Plastik:

als Werkstoff ein Alleskönner, in der Umwelt ein Problem

von Werner Hochreiter / A&W blog

Kunststoffe sind allgegenwärtig und aus unserem Leben schwer wegzudenken. Dass sie mittlerweile überall in der Umwelt sind, ist keinesfalls die Kreislaufwirtschaft, die wir wollen. Die Europäische Kommission hat ein mutiges Zukunftsbild der Kunststoffwirtschaft entworfen. Ohne Regulierung wird da nicht viel gehen. Doch der Weg dahin ist noch steinig, wie die Grabenkämpfe ums Einwegpfand auf Plastikflaschen in Österreich lehren.

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► Plastik – Siegeszug seit den 1950er-Jahren

Würden auf einen Schlag alle Kunststoffe in unserem Umfeld verschwinden, es sähe rundum ziemlich leer aus: Vom Computer blieben ein paar Drähte; vom Sperrholzmöbel ein Häuflein roher Holzspäne; von der Brille nichts als zwei kleine Metallscharniere; vom Surfboard, von der Gießkanne, von der Trinkflasche – nichts. Die ungeordneten Haufen Lebensmittel im Supermarkt wollen wir uns gar nicht vorstellen. Wir stünden auch im Dunkeln, denn fehlt die Isolation aus Kunststoff, lässt sich durch Kabel kein Strom leiten, lassen sich keine Elektromotoren bauen. Manche von uns stünden auch ziemlich nackt da.

Dabei blickt Kunststoff als Massenprodukt nicht auf eine lange Geschichte zurück. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg trat Plastik den Siegeszug an. Moderne Kunststoffe ermöglichen heute Anwendungen, die vor hundert Jahren nicht vorstellbar waren. Damit stieg auch die produzierte Menge an Kunststoffen rasant an. 2015 waren es weltweit 380 Millionen Tonnen, doppelt so viel wie 17 Jahre zuvor. Auf jeden auf der Welt lebenden Menschen kommen knapp 50 Kilogramm Plastik pro Jahr: mehr als ein Drittel davon für Verpackungen, je ein Sechstel für langlebige Konsumprodukte (inklusive Fahrzeuge), Bauwirtschaft und Textilien und der Rest für andere Anwendungen.

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► Plastik als Problemstoff

Doch die immer weitere Verbreitung führt auch zu Problemen: Gesundheits- und Umweltbelastungen durch Schadstoffe, Gefährdung von Meereslebewesen sowie steigende Müllmengen und Mikroplastik, von dessen Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit man bisher nur sehr wenig weiß. Die Länder, aus denen 50 Prozent der Weltproduktion von Plastik stammen – China, Vietnam, Indonesien, Thailand und die Philippinen –, sind etwa auch für 50 Prozent des unkontrollierten Kunststoffeintrags in die Weltmeere verantwortlich.

Mikroplastik – das sind winzige Plastikteilchen, kleiner als fünf Millimeter – findet sich aufgrund von Wind und Wetter mittlerweile überall auf dem Planeten. Beklemmend sind die Bilder von verendeten Seevögeln und Walen,

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