Vor dem zweiten Corona-Notstand?

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13-10-20 06:07:00,

Bild: stevepb/Pixabay

Mehr Angst als vor dem Virus muss man vor dem drohenden zweiten Lockdown und dem Einsatz der Bundeswehr im Inland haben. Ein Kommentar

Wenn Politiker von einer “dramatischen Entscheidung” sprechen, dann ist die Gefahr vor weiteren Zumutungen nicht weit. Mit diesen Phrasen wird das morgige Treffen von Merkel und den Ministerpräsidenten belegt, das dieses Mal nicht digital vonstatten gehen soll. Wie vor 7 Monaten wird auch jetzt wieder Angst und Panik geschürt.

Schon wird von einem zweiten Lockdown gesprochen, wenn sich die Menschen nicht selber in ihren Wohnungen verkriechen. Auch linksliberale Journalisten wie Felix Lee rufen in der Taz “das Ende der Gemütlichkeit” aus und fordern härtere Maßnahmen. Lee, als harter Kritiker von Einschränkungen von Freiheitsrechten in China bekannt, ruft nun in Zeiten von Corona nach mehr Staatsautorität:

Appelle reichen nicht – zu viele scheren aus. Der Staat muss handeln, darf leichtsinniges Verhalten nicht tolerieren. Und das heißt leider auch: mehr härtere Maßnahmen.

Felix Lee, Taz

Warum nicht zugeben, dass staatliche Autorität Corona nicht eindämmt

Lee kommt natürlich nicht ohne Begriffe wie “Flächenbrand” aus, wenn er über den Anstieg der Corona-Zahlen spricht. Dabei haben mittlerweile Gesundheitsexperten, die sich noch vor Monaten selbst an der Panikmache beteiligt haben, erkannt, dass es falsch ist, auf die Fallzahlen zu starren wie das Kaninchen auf die Schlange.

Gerade in Zeiten, in denen ein Großteil der Notfallbetten leer sind, bräuchte es mehr Politiker und Fachleute, die eben erklären, dass höhere Infektionszahlen noch nicht höhere Todeszahlen bedeuten. Zudem wäre es an der Zeit, doch mal der Tatsache ins Auge zu sehen, dass sich eben ein Großteil der Bevölkerung an die Maskenpflicht hält und viele weitere Einschränkungen in Kauf zu nehmen bereit ist und es war, und trotzdem die Infektionszahlen steigen.

Daraus könnte man die Konsequenz ziehen, dass der Ausbau des Gesundheitswesens und nicht mehr autoritäre Staatlichkeit nötig ist. Stattdessen werden alte Rezepte wieder recycelt. Da verhängen die Vivantes-Kliniken in Berlin erneut ein Besuchsverbot, das nur in Ausnahmefällen ausgesetzt wird. Dabei ist noch der beeindruckende Dokumentarfilm mit dem Titel “Eingesperrt mit dem Virus” in der Mediathek zu sehen, in dem am Beispiel eines Wolfsburger Pflegeheims gezeigt wird,

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