Weißrussland: Behauptungen westlicher Politiker und Medien bestehen keinen Faktencheck | Anti-Spiegel

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13-10-20 07:46:00,

Die Medien bombardieren uns seit Wochen mit Berichten über Proteste gegen den schlimmen Diktator Lukaschenko, weil er die Wahlen gefälscht haben soll. Gewonnen habe demnach Oppositionsführerin Tichanowskaja. Was sind die Fakten und wer zieht bei der Opposition die Fäden?

Das im Westen verbreitete Narrativ ist, dass Lukaschenko die Wahl gefälscht hat und dass in Wahrheit Tichanowskaja die Wahl gewonnen hat. Lukaschenko wird von vielen westlichen Ländern nicht mehr als Präsident Weißrusslands anerkannt, Sanktionen werden beschlossen, Tichanowskaja wird im Westen hofiert.

Belege für die Behauptungen gibt es jedoch keine. Sicher, die 80 Prozent, die Lukaschenko gemäß offiziellem Wahlergebnis bekommen hat, klingen unglaubwürdig (und auch ich habe durchaus Zweifel daran), aber was sind die Fakten? Die Fakten zur Wahl in Weißrussland

Fakt ist, dass die OSZE eine Einladung aus Weißrussland, die Wahl zu beobachten, abgelehnt hat. Das liest man zwar nicht in den westlichen Medien, dafür aber auf der Seite der OSZE, die Details finden Sie hier. Das bedeutet jedoch, dass es keine unabhängigen Wahlbeobachter gegeben hat. Gut, es waren Beobachter der GUS vor Ort und die haben kaum etwas an der Wahl auszusetzen gehabt, aber das gilt für die westlichen Medien und Politiker ja nicht viel.

Dafür vertrauen westliche Medien und Politiker den NGOs, die sie selbst finanzieren und die haben einen eigenen Bericht über die Wahl zusammengestellt. Aber auch den sollte man lesen, denn da steht drin, dass diese NGOs in 1.310 von 5.767 Wahllokalen in Weißrussland die Auszählungsprotokolle fotografieren konnten. Ergebnis dieser unverfälschten Protokolle demnach: 61,7 Prozent für Lukaschenko und 25,4 Prozent für Tichanowskaja.

Selbst die vom Westen finanzierten NGOs melden also keineswegs einen Wahlsieg von Tichanowskaja, sondern einen klaren Sieg von Lukaschenko, wenn auch „nur“ mit knapp 62 Prozent und nicht mit 80 Prozent. Das jedoch liest man nirgends in den westlichen „Qualitätsmedien“, dort ist stattdessen die Rede von Tichanowskajas Wahlsieg, wie auch immer man in den Redaktionen darauf kommt. Die „Präsidentin“, die nicht Präsidentin sein will

Tichanowskaja wird nun im Westen von manchen Politikern mit „Präsidentin“ angeredet. Der Witz ist, dass sie selbst gar nicht Präsidentin sein will. Sie wurde offensichtlich von anderen in diese Rolle gedrängt, in der sie sich ganz und gar nicht wohl fühlt. Und das ist keine russische oder weißrussische Propaganda, das hat sie selbst bei ihrem Berlinbesuch in einem Interview mit der „Zeit“ gesagt.

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