„Ihr wisst, wie wir in tief verruchten Stunden Vernichtung sannen menschlichem Geschlecht“

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14-10-20 09:31:00,

Mit diesen Worten lässt Goethe in seinem Faust-Drama den Mephisto das tiefste Ziel der Mächte des Bösen aussprechen. Gibt es diese absolut feindlichen Wesen, mächtiger als der Mensch und von unbändigem Willen erfüllt, die Menschheit zu vernichten? Von der Klärung dieser Frage hängt ungeheuer viel ab. Denn wenn das Böse nicht ein Produkt der Menschen selbst ist, das untereinander geklärt und im Zaum gehalten werden kann, (wo sollen sie es herhaben?), müssen sie ganz andere Anstrengungen unternehmen, sich zu schützen. Dazu gehört in erster Linie die Erkenntnis des Wesens dieser Mächte und der Wege ihrer Wirksamkeit.

Im vorigen Jahrhundert hat das Böse, wenn man allein die beiden fürchterlichen Weltkriege ins Auge fasst, ein Ausmaß infernalischer Zerstörungs- und Vernichtungskraft erreicht, wie es die Welt noch nie gesehen hat. Ist dieser Wahnsinn allein dem Gehirn von Menschen entsprungen? Sicher, Menschen haben gefühlt und gehasst, die Vernichtung ungeheurer Menschenmassen gedacht und ausgeführt. Aber welcher Mensch bei Vernunft kann solche selbstzerstörerischen Dimensionen des Bösen ausdenken, ohne dass Ideen und Impulse aus dem Hintergrund in ihn einfließen, ihn ergreifen und hasserfüllt vorwärtstreiben, deren Einflüsterung von mächtigen Wesen ihm völlig unbewusst bleibt. Es ist etwas nicht deshalb nicht vorhanden, weil man es nicht bemerkt. Wir müssen für die Verfasstheit unseres eigenen Bewusstseins Aufmerksamkeit entwickeln.

Gut – Böse

Das Böse ist ohne das Gute, das dem Menschen Förderliche, nicht zu denken. Wir könnten das Böse, Zerstörerische nicht erkennen, wenn wir nicht den Maßstab des Guten in uns hätten, von dem sich das Böse eben diametral unterscheidet. Das Böse, Zerstörerische setzt sogar das Gute, Aufbauende voraus, denn zerstört kann nur werden, was vorher geschaffen worden ist. Da wir uns selbst nicht schaffen können, wir auch nicht durch „zufällige Zusammenfügungen von Materieteilchen“ entstanden sein können, wie materialistischer Aberglaube träumt, müssen wir auch für unsere Existenz höhere gute Wesen voraussetzen, die uns aus ihrer Substanz gebildet und nur Gutes mit uns im Sinn haben. Das Böse, das uns selbst zu zerstören trachtet, kann daher nicht aus uns selber stammen.

Gäbe es nur diese positiven, liebevollen Schöpferwesen, könnte niemand den Gedanken fassen, sich hassend und zerstörend gegen dieses Gute zu wenden, dem man selbst die Existenz verdankt. Es wäre vollkommen unmöglich und widersinnig. Das Widersinnige entsteht erst mit dem Bösen, dem jedoch das Gute als das Ursprüngliche vorausgehen muss, aus dem es letztlich nur selbst entstanden sein kann.

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