Moskau meint es ernst: Kein “Business as usual” mehr mit dem Westen | Anti-Spiegel

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14-10-20 07:23:00,

Nachdem der russische Außenminister Lawrow gestern bereits gezeigt hat, dass die russische Geduld mit dem Westen am Ende ist, hat er das heute in einem Interview noch einmal bestätigt und auch der Kreml-Sprecher hat sich in gleicher Weise geäußert. Hier finden Sie die Wortlaute beider Erklärungen.

Ich habe gestern bereits über die Rede von Lawrow beim Valdai-Club berichtet, in der er eine Ende des Dialogs mit der EU nicht mehr ausgeschlossen hat. Dass das keine unbedachte Äußerung war, sondern offenbar die neue russische Politik widerspiegelt, zeigen Äußerungen von heute. Ob man in der EU rechtzeitig zur Besinnung kommt und den Kurs ändert? Bisher sieht es danach jedenfalls nicht aus und dass die deutschen Medien bisher nicht über die neuen Töne aus Moskau berichten, lässt ebenfalls tief blicken.

Aber Russland hat offensichtlich nach fünf Jahren, in denen es die Sanktionen, all die unbelegten Vorwürfe und diplomatischen Beleidigungen aus der EU klaglos ertragen hat, nun die Nase voll. Der Umgang Deutschlands mit dem offensichtlich konstruierten Fall Navalny hat das Fass nun zum Überlaufen gebracht. Und das wird in Moskau – übrigens vom Kreml-Sprecher, nicht von Lawrow – zum ersten Mal auch so gesagt.

In einem Interview, das Lawrow heute mehreren russischen Medien gegeben hat, sagte er:

„Uns stellt sich folgende Frage: Nicht nur, ob es „Business as usual“ geben kann, sondern ob es überhaupt „Business“ mit der EU geben kann, die nicht nur von oben herab, sondern hochnäsig – ich würde sogar sagen, arrogant – auf Russland schaut und verlangt, dass wir alle Sünden beichten, die wir nach Meinung der EU begangen haben. Ich meine, wir müssen uns nicht rechtfertigen, wir haben unsere eigene Verfassung, unsere eigenen Gesetze. Die wirtschaftlichen Verbindungen sollten erhalten bleiben und die Player in der Wirtschaft müssen selbst entscheiden, was für sie vorteilhaft ist und was nicht. Aber rumzulaufen und uns erniedrigen zu lassen, ist meiner Meinung nach unter unserer Würde.“

Kremlsprecher Peskow kommentierte Lawrows Aussagen folgendermaßen:

„Es ist offensichtlich, dass seinerzeit nicht wir den Dialog auf allen denkbaren Ebenen abgebrochen haben. Es ist offensichtlich, dass Russland mit seinen Versuchen, den Dialog wieder aufzunehmen, nicht auf Verständnis stößt. Und es ist offensichtlich, dass Russland nicht bereit ist, das Verhalten zu akzeptieren, mit dem wir uns im Fall des Berliner Patienten konfrontiert sehen. Der Kreml ist für die Wiederaufnahme eines Dialogs eingetreten,

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