Dreiste Desinformation garantiert: Wenn der Spiegel über Abrüstungsverhandlungen berichtet | Anti-Spiegel

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15-10-20 07:18:00,

Wenn der Spiegel über Abrüstungsverträge berichtet, dann ist Desinformation Programm. So konnte man am Mittwoch im Spiegel einen Artikel zum auslaufenden NEW START Vertrag lesen, der nur eine Aufgabe hatte: Die Leser in die Irre zu führen.

Es gab mal drei Abrüstungsverträge, die das atomare Wettrüsten zwischen Russland (bzw. der Sowjetunion) und den USA begrenzen sollten: Den ABM-Vertrag, den INF-Vertrag und den NEW START Vertrag. Die ersten beiden haben die USA bereits einseitig gekündigt, bleibt noch der NEW START Vertrag, der allerdings im nächsten Februar ausläuft. Wenn Sie die Verträge und ihre Inhalte nicht kennen, finden Sie hier die Details. Der auslaufende NEW START Vertrag

Im NEW START Vertrag wird die Anzahl der strategischen Atomwaffen begrenzt. Wichtig zum Verständnis ist hierbei der Unterschied zwischen strategischen und taktischen Atomwaffen: Strategische Atomwaffen sind nukleare Interkontinentalraketen, taktische Atomwaffen sind nukleare Kurz- und Mittelstreckenraketen. In NEW START geht es nur um die strategischen Atomwaffen. Das wird nachher noch wichtig.

Dieser letzte Abrüstungsvertrag läuft demnächst aus und da die Zeit für eine Neuverhandlung des Vertrages längst zu knapp ist, hat Russland immer wieder vorgeschlagen, den Vertrag in unveränderter Form wenigstens für einige Jahre zu verlängern, um so erstens den letzten atomaren Abrüstungsvertrag zu erhalten und zweitens Zeit für Verhandlungen über einen Nachfolgevertrag zu gewinnen. Die USA haben das lange abgelehnt.

Erst seit kurzem gibt es zu dem Thema Gespräche, allerdings fordern die USA nun, dass auch China dem Vertrag beitreten soll. Das lehnt China mit dem Argument ab, dass es nur ein Zehntel der Atomwaffen der anderen Supermächte hat. Die sollten erst auf chinesisches Niveau abrüsten, bevor sie China zu Gesprächen dazu einladen.

Die USA nutzen die Gespräche eher zu PR-Aktionen, als zu tatsächlichen Verhandlungen, denn tatsächlich ist die Zeit – vor allem auch wegen der US-Wahlen – längst zu knapp, um bis Februar zu einem Ergebnis zu kommen und das auch noch zu ratifizieren. Wer den Vertrag erhalten möchte, muss ihn – so wie er ist – erst einmal um ein paar Jahre verlängern und kann dann in Ruhe neu verhandeln. Die angebliche Übereinkunft

Nun haben die USA gemeldet, man stehe mit Russland unmittelbar vor einer Einigung. Das war auch eine PR-Aktion der USA, die der Spiegel allerdings brav im Sinne der USA verbreitet hat, anstatt einfach die Tatsachen zu berichten.

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