Lawrows Paukenschlag: Medien stellen Realität auf den Kopf

lawrows-paukenschlag:-medien-stellen-realitat-auf-den-kopf

15-10-20 09:15:00,

Russland sei bereit, die Kommunikation mit der Europäischen Union für einige Zeit zu beenden, so der russische Außenminister Sergej Lawrow. Dieses offizielle Ende der Geduld Russlands mit antirussischer Propaganda kommt nicht überraschend – die Deutlichkeit der Zuspitzung ist dennoch beunruhigend. Und tragisch: Deutschland und Russland würden beide sehr von einer Annäherung profitieren. Transatlantische Hetze torpediert diese Annäherung. Von Tobias Riegel.

Die Worte des russischen Außenministers Sergej Lawrow vom Dienstag sind nicht überraschend: Russland hat zwar jahrelang mit großer Geduld die einseitigen Angriffe westlicher Propagandisten ausgehalten, ohne angemessen zu reagieren. Aber irgendwann musste der Moment erreicht sein, in dem das Fass überläuft. Wenn die ausgestreckte Hand ein ums andere Mal ausgeschlagen wird – und etwa die EU aktuell einmal mehr eine Partnerschaft mit der russischen Regierung als unmöglich darstellt -, dann muss auch ein Gesprächspartner wie Lawrow irgendwann feststellen:

„Dann soll es so sein, wenn sie das wollen.“

Trotz der Folgerichtigkeit und der Erwartbarkeit der russischen Reaktion sind die deutlichen Worte Lawrows aber auch ein Paukenschlag – aus den gleichen Gründen: Man hatte sich im Westen schließlich daran gewöhnt, dass man Russland ganz nach Belieben mit unbewiesenen Vorwürfen überschütten kann, ohne dass das zu Konsequenzen für die antirussischen Stimmungsmacher führen würde.

Die Entschlossenheit der Transatlantiker

Nun sind diese erwartbaren Konsequenzen auch offiziell und in deutlichen Worten von russischer Seite formuliert worden – und diese Entwicklung trifft nicht nur die verantwortlichen Propagandisten und Spalter, sondern ganz Deutschland, die ganze EU. Man muss es als tragisch bezeichnen, wie es einer Gruppe entschlossener Transatlantiker in Politik und Medien gelingt, die Chancen auf deutsch-russische Entspannung für kurzfristige Erfolge – etwa den Stopp von Nord-Stream-2 – zu opfern und dadurch unser aller Zukunft zu gefährden.

Deutschland und Russland sind beide nicht frei von politischen Defiziten – insofern sollten sich beide Seiten mit moralischen Vorhaltungen sehr zurückhalten. Es steht zudem außer Frage, dass beide Länder von einer Annäherung und Entspannung sehr profitieren würden: auf wirtschaftlicher, kultureller und friedenspolitischer Ebene. Diese Annäherung muss stattfinden, auch wenn noch nicht alle Defizite in beiden Ländern beseitigt sind.

Deutschland führend bei antirussischer Propaganda

Und selbst wenn man die antirussischen Ressentiments der großen deutschen Medien teilen würde, müssten man die massiven Attacken des Westens gegen die aktuelle Regierung Russlands als mindestens kurzsichtig bezeichnen: Es ist durchaus möglich,

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: