Lockdown 2020 – Mehr als eine Buchbesprechung

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15-10-20 07:55:00,

Das Buch „LOCKDOWN 2020. Wie ein Virus dazu benutzt wird, die Gesellschaft zu verändern“ (Hg. Hannes Hofbauer & Stefan Kraft) wird bald im Buchhandel sein. Es enthält zwanzig Beiträge, die das breite Feld abdecken, das Corona nicht entdeckt hat, sondern vorfindet. Es bringt biopolitische, staatstheoretische, ökonomische und gesellschaftliche Überlegungen zusammen. Und manchmal sogar gibt es Verknüpfungen, Übergänge zwischen diesen Disziplinen. Es ist ein gelungener Versuch, zu belegen, dass nicht Corona unser Leben verändert, sondern jene, die mit „Corona“ handeln. Es geht um das Wissen und die Erfahrungen, die Angst nicht weiter zu nähren, sondern zu ermutigen, sich nicht das Leben zu nehmen, aus Angst vor dem Tod. Das ist ganz und gar nicht biologistisch gemeint. Von Wolf Wetzel.

Im Juli 2018, also in Vor-Corona-Zeiten sendete der Deutschlandfunk einen interessanten Beitrag, der hinter die Kulissen der Weltgesundheitsbehörde (WHO) blickte, mit dem Titel:

„Unabhängigkeit der Weltgesundheitsorganisation gefährdet – Was gesund ist, bestimmt Bill Gates“.

Dann tauchte Corona auf. Wenig später kam der Lockdown. Der Wind drehte sich, auch bei denen, die über ein kritisches Bewusstsein verfügen. Dazu zählt auch der Deutschlandfunk. Die Anpassung an die Politik der Bundesregierung ging sogar soweit, dass die Redaktion im Mai 2020 den Titel der 2018 ausgestrahlten Sendung veränderte. Seitdem heißt derselbe Beitrag, ganz weichgespült:

„Unabhängigkeit der Weltgesundheitsorganisation gefährdet – Das Dilemma der WHO.“

Eigentlich ist damit ein wesentliches Element des Corona-Bewusstseins vorgespielt:

An den Fakten, die der Deutschlandfunk-Beitrag zusammengetragen hat, ist nichts falsch, nichts zurückzunehmen. Aber die Bedeutung dieses Wissens hat sich gewaltig verändert. Vor zwei Jahren stieß diese gut begründete Kritik ins Leere. Jetzt wäre sie hilfreich, gegen weitverbreitete Kopflosigkeit. Man könnte einiges einordnen und die Frage beantworten helfen: Geht es bei all denen, die jetzt ganz arg um unsere Gesundheit besorgt sind, um unser Leben und um die makellose Befolgung des hypokritischen Eids?

Der Titel vor zwei Jahren hat die Recherche – nach dem Gedankenstrich – auf den Punkt gebracht: Was gesund ist, bestimmt Bill Gates.

Der Titel sagt aus, dass Gesundheit, neben dem medizinischen Aspekt, eine Frage der Definitionsmacht ist und die bestimmt sich zu großem Teil über das Kapital, das eingesetzt wird, um diese zu erlangen.

Andrej Hunko führt das am Beispiel der Influenzapandemie aus:

„Besonders umstritten war damals die wenige Wochen vor der Pandemie-Ausrufung von der WHO vorgenommene Änderung der Kriterien dafür.

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