Deutsch-russisches Verhältnis: „Beziehungen zerstört, Band des Vertrauens zerschnitten“ | Von Thomas Röper | KenFM.de

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16-10-20 02:43:00,

Die deutsch-russischen Beziehungen sind zerstört, das Band des Vertrauens zerschnitten, Deutschland hat sich von der Ostpolitik von Willy Brandt losgesagt. So kommentierte das russische Außenministerium den Stand der Beziehungen zwischen Russland und Deutschland. Lesen Sie hier die vollständige offizielle Erklärung des russischen Außenministeriums.

Ich habe bereits am 1. Oktober die damaligen Reaktionen Moskaus so interpretiert, dass aus russischer Sicht die Bundesregierung die Beziehungen zu Russland mutwillig zerstört und hatte das im Detail begründet. Am Dienstag zeigte sich leider, dass ich Recht hatte. Der russische Außenminister Lawrow hat auf dem Valdai-Forum bei einer Podiumsdiskussion mitgeteilt, Russland solle vor dem Hintergrund der letzten Ereignisse aufhören, mit der EU (und damit auch mit Deutschland) zu sprechen.

Russland hat seit fünf Jahren geduldig Sanktionen und anti-russische Angriffe westlicher Politiker ertragen, ohne schwere Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Vor allem mit der EU war Russland in dem Wissen nachsichtig, dass vieles, was von dort kam, auf Druck der USA zustande gekommen ist. Ein wichtiger Anker für das russisch-europäische Verhältnis war das – trotz allem – gute Verhältnis zwischen Putin und Merkel. Ich habe oft erwähnt, dass Putin sich nie negativ über andere Politiker äußert und dass er sich nur selten ungefragt positiv über andere Politiker äußert. Merkel war da die große Ausnahme, er hat sie oft positiv erwähnt.

Der Grund dürfte sein – so meine Vermutung – dass es hinter verschlossenen Türen anders zuging, als vor der Presse. Egal, wie unterschiedlich Putin und Merkel sein mögen und egal, wie groß die politischen Differenzen waren, die beiden haben einander offensichtlich vertraut. Und gerade für Putin, dafür ist er bei Freund und Feind bekannt, ist das persönliche Vertrauen wichtiger, als alles andere. Und wer sein Vertrauen einmal verraten hat, das zeigen viele Beispiele aus der Vergangenheit, der ist für Putin mit allen Konsequenzen „gestorben“.

Diese Vertrauen hat Merkel im Fall Navalny verraten und daher war es für mich, der ich mich sehr intensiv mit Putin befasst habe, absehbar, dass Merkel hier aus Putins Sicht eine rote Linie überschritten hat, was nicht folgenlos bleiben konnte.

Lawrows Aussagen vom Dienstag wurden anschließend auch vom Kremlsprecher bestätigt und während der gerade stattfindende politische Epochenwechsel von den deutschen Medien völlig ignoriert wird, wird in russischen Medien spekuliert, wie sich das neue Nicht-Verhältnis zwischen Moskau und Brüssel,

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