Bolivien – Luis Arces spektakulärer Sieg in der ersten Wahlrunde und die weltweiten Verlierer

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20-10-20 04:55:00,

„Gegen Stürme und Wellenschlag“, wie es im Spanischen heißt, also gegen alle falschen Umfragen und die Gefahren der Covid-19-Pandemie erzielte nach einer in der Nacht zum Montag, den 19. Oktober, vom bolivianischen Wahlgericht (TSE) genehmigten ersten Hochrechnung Luis Arce, Evo Morales’ ehemaliger Wirtschaftsminister und Präsidentschaftskandidat der Bewegung zum Sozialismus (MAS), 52,4 Prozent der Stimmen, gefolgt von seinen Herausforderern, dem liberal-konservativen Carlos Mesa (31,5 Prozent) und dem ultrarechten Luis Fernando Camacho (14 Prozent). Ein Bericht von Frederico Füllgraf.

Obwohl das TSE in letzter Minute die Stimmen-Schnellauszählung in Realzeit mit der Begründung ausgesetzt hatte, es wolle „die Ruhe im Land garantieren und ausschließlich das definitive Wahlergebnis bekanntgeben“, das an diesem Dienstag, den 20. Oktober, verkündet werden könnte, beeilte sich selbst die amtierende De-facto-Präsidentin Jeanine Añez, Arce und seinem Vize – dem ehemaligen Außenminister von Morales, David Choquehuanca – per Twitter zu gratulieren. „Das Ergebnis ist beeindruckend und klar. Es ist ein großer Abstand“, erkannte Mesa ohne Einwände seine mehr als 20-prozentige Niederlage an. Luis Fernando Camacho, Maulheld und führender Kopf des Putsches vom 11. November 2019 gegen Evo Morales, vergoss in seiner Wahlbastion Santa Cruz einige bittere Tränen.

Das Glanzstück leistete sich der Generalsekretär der Organisation der Amerikanischen Staaten (OEA/OAS), Luis Almagro, der Morales im Oktober 2019 des Wahlbetrugs beschuldigte, dessen OAS-Untersuchung jedoch von vier wissenschaftlichen Einrichtungen der USA der groben Manipulation und somit als treibende Kraft des Putsches bloßgestellt wurde. „Das bolivianische Volk hat sich bei den Wahlen geäußert. Wir gratulieren @LuchoXBolivia und @LaramaDavid. Ich wünsche ihnen viel Erfolg bei ihren zukünftigen Bemühungen. Ich bin sicher, dass sie aus der Demokratie heraus wissen werden, wie sie eine glänzende Zukunft für ihr Land gestalten können. Eine Anerkennung für das bolivianische Volk“ twitterte Almagro, der erst wenige Wochen zuvor Añez‘ rechtsradikalen Kabinettschef Arturo Murillo am OAS-Sitz in Washington empfangen und im Chor mit Murillo gegen einen angeblichen, neu geplanten „Wahlbetrug“ von Arces MAS Fake News inklusive Drohungen verbreitet hatte.

Die mediale Beschwörung von Chaos, Rache und ihre unterschwellige Kampagne für die Stichwahl

Indes scheint Arces Wahlsieg wie ein unerwarteter Blitzschlag bestimmte Chefredaktionen europäischer „Leitmedien“ getroffen und desorientiert zu haben, allen voran die staatliche Deutsche Welle (DW) und die spanische Tageszeitung El País,

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