„Ein Werkzeug politischer Kontrolle statt politischer Freiheit“? – Craig Murray über das Internet

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20-10-20 05:25:00,

Unliebsame Inhalte werden auf Facebook und Twitter in ihrer Sichtbarkeit um bis zu 99 Prozent eingeschränkt – behauptet der ehemalige britische Botschafter in Usbekistan, Craig Murray. Konkret nennt er als Beispiele die Berichterstattung um den Assange-Prozess sowie über die geleakten Dokumente im Fall Hunter Biden.

Auf seinem Blog berichtet der Assange-Vertraute Craig Murray von Beginn an detailliert über die Causa des WikiLeaks-Gründers. Seine Berichte teilt er auf den Plattformen Twitter und Facebook. Im Zusammenhang mit dem brisanten Auslieferungsprozess beobachte er massive Einschränkungen der Sichtbarkeit seiner Inhalte durch sogenanntes „Shadowbanning“, so Murray. Normalerweise würden etwa 50 Prozent seiner Leser über Twitter auf seinen Blog kommen, weitere 40 Prozent über Facebook. Während des Assange-Prozesses seien diese Zahlen auf drei Prozent via Twitter und neun Prozent via Facebook gefallen, also insgesamt von 90 Prozent auf zwölf Prozent. Seine eigene Familie würde seine geteilten Inhalte nicht mehr angezeigt bekommen, und wenn andere User seine Inhalte teilten, würden sie ebenfalls in keiner Timeline sichtbar werden.

„Es betraf nicht nur mich: Jeder, der über den Assange-Prozess in sozialen Medien berichtete, erlebte das gleiche. WikiLeaks, das 5,6 Millionen Follower auf Twitter hat, hatte in etwa die gleiche Zahl der User, die seine Posts sahen, wie ich. Ich habe mit mehreren großen unabhängigen Medien in den USA gesprochen – und alle berichteten das Gleiche“ – behauptet Murray.

Er habe schon früher darüber geschrieben, wie sich große Social-Media-Unternehmen, wie Facebook, Twitter und Instagram, als „Gatekeepers“, also „Torwächter“ aufspielten, doch in den Fällen Assange-Prozess und Hunter Biden sehe man nun vielleicht zum ersten Mal den offenen Einsatz koordinierter Power, um den öffentlichen Informationsfluss weltweit zu steuern, so der Assange-Vertraute.

Sei bereits bei den Posts zum Auslieferungsverfahren von Julian Assange deutlich geworden, dass die Reichweite durch „Shadowbanning“ um bis zu 99 Prozent eingeschränkt wurde, so gehe die Deckelung im Fall von Hunter Biden, dem Sohn des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden, noch weiter. In den sozialen Medien sei schlicht jegliche Erwähnung der ihn belastenden Leaks gebannt worden.

Die Biden-Affäre

Bereits vor einem Jahr habe er der BBC vorgeworfen, nicht über Fakten und Hintergründe der Biden-Affäre berichtet zu haben. Etwa dass Hunter Biden monatlich 60.000 USD von „Burisma“, dem größten Gasförderunternehmen der Ukraine, kassiert habe, ohne dagewesen zu sein oder über nennenswerte Kenntnisse der Ukraine oder des Rohstoffs zu verfügen.

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