Sonderreihe Teil 2: Polen – Die Politik von gestern hat schon gestern nicht funktioniert | Anti-Spiegel

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20-10-20 04:58:00,

In dieser Woche analysiere ich in einer Sonderreihe, welche Folgen die anti-russische Politik des Westens für einzelne EU-Staaten hat, die diese am stärksten forcieren. Heute geht es um Polen.

Im Gegensatz zu den baltischen Staaten, über die ich gestern berichtet habe, geht es Polen wirtschaftlich sehr gut und seine anti-russische Politik richtet in der polnischen Wirtschaft nicht solche Schäden an, wie es in den baltischen Staaten der Fall ist. Trotzdem steht Polen sich mit seiner Politik oft selbst im Weg.

Polen ist historisch ein schwieriges Land, denn es hat in seiner Geschichte so ziemlich alles erlebt, was Länder erleben können. Im Mittelalter war Polen eine Großmacht, die zeitweise Osteuropa beherrscht hat. Bis heute wirkt bei vielen polnischen Politikern der Traum nach, das alte Großpolen wieder auferstehen zu lassen, das de facto Osteuropa von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer kontrolliert hat.

Danach ist Polen aber abgestürzt und verschwand schließlich von der Landkarte, als es von Preußen und Russland in drei Kriegen aufgeteilt und geschluckt wurde. Und wie so viele Völker, die lange von anderen Ländern beherrscht wurden, führte das nach Polens erneutem Auftauchen auf der Landkarte nach dem Ersten Weltkrieg zu einem sehr radikalen Nationalismus und zur Unterdrückung der Minderheiten im Land. Auch wenn die Geschichtsbücher in Deutschland darüber kaum Worte verlieren, hat Polen in der Zwischenkriegszeit so ziemlich jeden seiner Nachbarn überfallen und Gebiete annektiert. Polen war damals auch für den Westen lange der Bad Guy in Europa, bis Hitler diese Rolle übertragen wurde.

Das ging so weit, dass – als Deutschland nach der Münchener Konferenz die Sudetengebiete von der Tschechei bekommen hat – Polen zusammen mit Deutschland in zuvor tschechische Gebiete einmarschiert ist und sich das Teschener Gebiet einverleibt hat. Polen war, bevor der Zweite Weltkrieg begann, wohl das Land, das in der Zwischenkriegszeit für die größte Unruhe in Europa gesorgt hat.

Diese Rolle spielt Polen auch heute, wie ich gleich aufzeigen werde. Heute gibt es zwar keine Kriege mehr in Europa, aber man kann auch ohne Kriege für viel Unruhe sorgen. Das wäre aus polnischer Sicht ja noch irgendwie in Ordnung, wenn Polen dabei wenigstens selbst von dieser Politik profitieren würde, aber das ist nicht der Fall. Stattdessen verlässt es sich auf „große Brüder.“ Das war in der Zwischenkriegszeit zunächst Frankreich, mit dem Polen ein gegen Deutschland gerichtetes Bündnis hatte,

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