Von Schweden lernen

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20-10-20 05:10:00,

Offene Universitäten, fast keine Gesichtsmasken, nie komplette Schulschließungen, nie ein Zwangslockdown, Corona-Todeszahlen seit Monaten nahe null, deutlich schwächerer Anstieg der Covid-19-Neuinfektionen als in den meisten anderen Ländern Europas, nur halb so hohe Infektionszahlen wie beim Peak im Juni 2020 und vor allem: offenbar keine Panik vor steigenden Corona-Fallzahlen; keine Panik vor steigenden Todeszahlen wie in halb Europa und vielen anderen Ländern der Erde; keine Wut, keine Aggression in der Bevölkerung; keine Denunziationen — sondern Vertrauen und Toleranz bei einem gleichzeitig sehr viel schwächeren Wirtschaftsabsturz als in den allermeisten Industrieländern, die harte, staatlich verordnete Zwangslockdowns durchführten, beispielsweise nur halb so stark wie in Deutschland. Zu schön, um wahr zu sein? Nein, Schweden, Mitte Oktober 2020.

Im Gegensatz dazu die Situation in Deutschland: Angst- und Panikverbreitung auf allen Kanälen über rasend steigende Infektions- und Todeszahlen; Denunziationsaufforderungen und ein Denunziationsportal; Streit um Beherbergungsverbote; Kinder, selbst im Grundschulalter mit Masken im Unterricht; weitgehend geschlossene Universitäten; Drohung eines neuen harten Lockdowns durch Politiker; Maskenzwang im Freien; Aggression, Furcht, Drohungen, Beschimpfungen und gereizte Stimmung im öffentlichen Leben; ein häufig verstörtes tägliches Miteinander.

Welcher Corona-Weg war und ist der klügere? Der schwedische oder der deutsche?

Zunächst soll ein Blick auf die Berichterstattung über den schwedischen Corona-Weg in den deutschen Massenmedien geworfen werden. Hier wird seit Monaten exzessiv und mit großer Freude das beliebte Schwedenbashing betrieben. Nur ein paar wenige Beispiele dazu. Am 12. Mai 2020 titelte die Süddeutsche Zeitung (SZ): „Coronavirus in Schweden: Tödlicher Sonderweg“.

Diese Sichtweise bestätigte ein Essay des SZ-Chefredakteurs Dr. Marc Beise am 24. August mit dem Titel „Corona und Wirtschaft: Warum der Lockdown sinnvoll war“. Schwedens Corona-Politik sei einfach nur falsch gewesen, habe viel zu viele Tote gekostet und dabei nicht einmal einen wirtschaftlichen Vorteil gebracht.

Der Spiegel titelte am 20. Juni 2020 „Schwedens tödlicher Corona-Irrtum“ und am 25. Juni „Warum Schweden so viele Covid-19-Tote hat (…) Die Eindämmung des Virus ist gescheitert.“ Diese Spiegel-Nachrichten kamen zu einem Zeitpunkt, als sich die Zahl der Covid-19-Toten in Schweden bereits auf ein Drittel reduziert hatte.

Bei ntv lautete am 20. August 2020 die Überschrift „Covid-19 treibt die Zahl. Schweden zählt meiste Tote seit 150 Jahren“. Am gleichen Tag schrieb die Bild-Zeitung „Wegen Corona: Schweden hat die meisten Todesfälle seit 150 Jahren (…) In der ersten Hälfte dieses Jahres verzeichnete Schweden so viele Todesfälle wie seit 150 Jahren nicht.

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