Wenn schon die Fakten nicht stimmen

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20-10-20 10:51:00,

Screenshot aus einem Tagesspiegel-Video

Teil 2 der Kritik zum Corona-Journalismus

Jeder kann und darf Journalismus machen, wie er mag. Es kann dafür keine allgemeingültigen Richtlinien geben, schließlich ist Journalismus in den meisten Fällen ein kommerzielles Geschäft; ob ein Medium seinen Erfolg mit neutralen Informationen, Meinungskampf oder Kaffeefahrten machen möchte, ist ihm selbst überlassen. “Guter Journalismus”, wie immer man ihn definieren mag, ist daher immer nur eine von vielen Möglichkeiten, mit nicht-fiktionalen Publikationen Geld zu verdienen. Verbindliche Vorgaben gibt es nur für den Rundfunk.

Es gibt allerdings sehr eindeutige Qualitätskriterien für Journalismus, der Orientierung geben will. Der sich von seinen Ursprüngen in der Parteipresse gelöst hat und Kampagnen für und gegen was auch immer der PR überlässt.

Im Folgenden werden Qualitätsmängel der “Corona-Berichterstattung” nur beispielhaft an einzelnen journalistischen Artikeln und Details daraus aufgezeigt, es ist keine quantitative Untersuchung. Der Fokus liegt dabei im Interesse einer möglichst guten Nachvollziehbarkeit bewusst auf einigen wenigen, wiederkehrenden Themen und Ereignissen. Sofern einzelne Medien, denen hier Fehlleistungen attestiert werden, für sich gar nicht in Anspruch nehmen wollen, eine der Aufklärung verpflichteten Journalismus zu produzieren, können sie gleichwohl als Beispiele dienen, wie das nicht gelingen kann, wenn man es doch will.

Wenn nachfolgend nur kurz von “Journalismus” die Rede sein wird, ist stets jener gemeint, der mit Recherche und Aufbereitung aktueller und relevanter Tatsachen und Meinungen ein Angebot für die gesellschaftliche Kommunikation machen möchte. Jede generalisierende Aussage ist im Zweifelsfall nur auf die hier genannten Beispiele zu beziehen, auch wenn dies nicht in jedem Satz mantraartig erwähnt wird.

Basiskategorie Richtigkeit

Das grundlegende Qualitätskriterium im Journalismus ist die Richtigkeit. Für die Orientierungsleistung der Medien sind zwar weitere Kriterien unabdingbar und viele deutlich spannender, doch ohne das strikte Bemühen um Faktizität haben wir es erst gar nicht mit Journalismus zu tun.

Umso erstaunlicher ist, wie viele Fehler sich im Journalismus finden. Neben Fragen zur Ethik fokussieren daher Medienwatchblogs vor allem auf Patzer bei der Richtigkeit, von denen es keineswegs nur bei der Bild-Zeitung reichlich gibt. Über die Tragweite einzelner Fehler in der Berichterstattung mag man streiten, letztlich kann aber jede Unrichtigkeit zu Fehlorientierungen führen, also genau zum Gegenteil dessen, was Journalismus für sich beansprucht. Zudem beeinträchtigt jede Unrichtigkeit das Vertrauen in Medien und kann damit die öffentliche Aufgabe des Journalismus insgesamt beschädigen.

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