Eine Zukunft ohne Uran und Öl – Russlands Beitrag zum wichtigsten Energieprojekt der Welt

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21-10-20 05:59:00,

Das ITER-Projekt (International Thermonuclear Experimental Reactor) soll Forschern zufolge der Menschheit eine neue ökologische und sichere Energiequelle verschaffen, welche die nahezu unerschöpflichen Vorräte des Brennstoffs nutzt. Ein Gramm dieses Brennstoffs entspricht mindestens zehn Tonnen Erdöl oder Erdgas.

Im Sommer 2020 gaben die wichtigsten Teilnehmerländer des Projekts das Startzeichen für die Schaffung des Hauptelementes des künftigen Reaktors – Tokamak, ein System zur Aufrechterhaltung und zum Aufheizen von Plasma. Welchen Beitrag russische Wissenschaftler zu einem der größten Projekte der Menschheit im Energiebereich geleistet haben, erfahren Sie in diesem Artikel von Sputnik.

Welt der thermonuklearen Energie

Thermonukleare Reaktionen verlaufen mit einer enormen Energieabgabe, doch das Plasma, in dem diese Reaktionen verlaufen, hat eine Temperatur von Dutzenden und Hunderten Millionen Grad – wobei die temperaturbeständigsten Materialien maximal 3000-4000 Grad aushalten. 

Thermonukleare Energie könne genutzt werden, wenn das Plasma von den Reaktorwänden durch starke Magnetfelder ferngehalten wird, so Wissenschaftler. Als beste Magnet-Falle für thermonukleares Plasma gilt Tokamak, das von den sowjetischen Akademiemitgliedern Andrej Sacharow und Igor Tamm zu Beginn der 1950er-Jahre vorgeschlagen und erstmals am Kurtschatow-Institut hergestellt wurde.

In einem thermonuklearen Reaktor kommt es im Unterschied zum Nuklearreaktor nicht zur Spaltung der Kerne, sondern zu ihrer Synthese bei einer Plasmadichte um das 100.000-Fache weniger als die Luftdichte. Daher ist eine Explosion unmöglich, was den Reaktor prinzipiell sicher macht, wie die ITER-Forscher berichten. Im Reaktor werden unschädliches Helium und Tritium produziert, das anschließend zur Aufrechterhaltung der Reaktion selbst genutzt wird.

„ITER ist das Tor in die thermonukleare Energie, durch das die Welt gehen muss“. Das sagte der Initiator des Projekts, Ehrenpräsident des Kurtschatow-Instituts und Akademiemitglied Jewgeni Welichow. Bei dem Vorhaben wurde die Aufgabe gestellt, die Möglichkeiten der Nutzung der thermonuklearen Energie im industriellen Ausmaß aufzuzeigen.

Derzeit sind an dem Projekt sieben Länder beteiligt: EU, Indien, China, Südkorea, Russland, die USA und Japan. Das ITER-Hauptquartier befindet sich in Cadarache in Frankreich, unweit der Baustelle.

Forscher aus Russland liefern nicht nur wissenschaftliches Know-how und Ideen, sondern haben auch mehrere wichtige Elemente entwickelt, darunter ein supraleitendes Kabel und das weltweit beste Gyrotron – Geräte zum Aufheizen des Plasmas mit elektromagnetischer Strahlung mit überhoher Frequenz.

Tritium als Unterfangen

Als Brennstoff wird beim ITER-Projekt eine Mischung aus Wasserstoff-Isotopen – Deuterium und Tritium, genutzt. Deuterium kann relativ einfach aus Wasser hergestellt werden, Tritium wird sich im thermonuklearen Reaktor selbst reproduzieren.

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