Lust auf Zukunft

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21-10-20 01:17:00,

Heute ist der einunddreißigste Dezember. Es ist mein neunzigster Geburtstag. Gemeinsam mit einigen Freunden will ich diesen Tag feiern. Doch jetzt ist es gerade sieben Uhr. Ich habe also noch genug Zeit für alle Vorbereitungen. Das Außenthermometer zeigt neunzehn Grad unter Null an, und in der Nacht sank es bis auf minus vierundzwanzig Grad. So ist das schon seit zwei Wochen. Die Tage sind klar und sonnig, die Temperatur steigt auf höchstens minus fünf Grad, und eine dicke Schneedecke lässt die Landschaft in strahlendem Weiß glänzen.

Hier im Haus aber ist es angenehm warm. Die ganze Nacht durch betrug die Temperatur vierzehn Grad, nur im Schlafzimmer hatte ich sie auf zehn Grad eingestellt. Um sechs Uhr schaltete die hauseigene Energiestation auf siebzehn Grad hoch. Dank des hauchdünnen Heizdrahtes auf den Wänden haben diese eine Strahlungstemperatur von etwa vierundzwanzig Grad, sodass die Luft mit siebzehn Grad keineswegs als kalt empfunden wird. Die Drähte werden von Strom durchflossen, der von der Energiestation geliefert wird (1, 2).

Jedes Haus hat seine eigene Energieversorgung. In den Städten sind die Konverter von jeweils drei Häusern miteinander verbunden, sodass notfalls zwei Stationen die Versorgung des dritten Hauses mit übernehmen können. Möglich geworden ist das, als sich vor etwa fünfzehn Jahren die technische Nutzung der Vakuumenergie weltweit durchgesetzt hat. Diese lässt sich ohne Abgase und Schadstoffe jeder Art und ohne irgendwelche Verluste unabhängig vom Ort zu jeder Tages- und Jahreszeit dezentral in relativ kleinen Konvertern in Strom oder Wärme umsetzen, so wie sich bei der inzwischen veralteten Fotovoltaik Licht direkt in Strom umwandeln lässt.

Dadurch sind sämtliche konventionellen Kraftwerke einschließlich der Windkraft- und Fotovoltaikanlagen vollkommen überflüssig geworden. Bis auf wenige Ausnahmen, die als technische Baudenkmäler an die alte Zeit erinnern, sind sie daher alle abgebaut worden. Das Ergebnis nach nunmehr 15 Jahren sind eine saubere Luft und eine unverstellte Landschaft, die ästhetisch und harmonisch wirkt. Selbst die radioaktiven Abfälle der einstigen Nuklearindustrie sind kein Problem mehr. Dank der auf der kalten Fusion beruhenden Transmutation von Materie und weiterer Verfahren konnten sämtliche radioaktiven Abfälle weltweit innerhalb von nur sieben Jahren vollständig in stabile Elemente überführt werden (3).

Das Bad ist inzwischen auf angenehme 22 Grad erwärmt. Ich kann also genussvoll duschen. Der am Duschkopf angebrachte Wasseraktivator macht das Wasser angenehm weich und belebend, obwohl das örtliche Wasser eigentlich sehr kalkhaltig ist.

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