Vernichtende Bilanz

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21-10-20 01:23:00,

Die Standarderzählweise in der deutschen Politik und des Großteils der deutschen Medienlandschaft lautet: Nur der Lockdown sowie Maßnahmen wie Maskenpflicht und Abstandsregeln haben bei uns eine Übersterblichkeit wie in anderen europäischen Ländern verhindert. Das beste Beispiel dafür, was fehlende Maßnahmen anrichten können, soll Schweden sein. Dort sei es im ersten Halbjahr 2020 zur größten Übersterblichkeit seit 150 Jahren gekommen. Doch stimmt diese Erzählweise?

Die Zahlen, die in der nachfolgenden Analyse verwendet werden, stammen vom Statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) und dem Robert Koch-Institut (RKI). Die Auswertungen und Diagramme wurden mit dem Tabellenkalkulationsprogramm LibreOffice Calc erstellt oder direkt aus den Publikationen des RKI übernommen. Der Begriff Lockdown steht in diesem Beitrag für das staatlich verordnete fast vollkommen zum Erliegen gebrachte öffentliche Leben, also nicht nur Schulschließungen, sondern auch die Schließung von Geschäften und Restaurants.

Die offizielle Erzählweise scheint Bestätigung zu finden, wenn man Schwedens Sterbezahlen im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße mit denen in Dänemark, Norwegen und Finnland vergleicht. Im Gegensatz zu Schweden, das größtenteils auf freiwillige Maßnahmen gesetzt hat, haben Dänemark und Finnland einen staatlich verordneten Lockdown ab dem 16. März 2020 umgesetzt, Norwegen bereits ab dem 12. März.

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Abbildung 1: Sterbefälle in den skandinavischen Ländern je Kalenderwoche und je 1 Millionen Einwohner 2016 bis 2020 (1).

Einerseits ist erkennbar, dass der Ausreißer bei den Sterbezahlen in Schweden im Vergleich zu seinen Nachbarländern signifikant ist. Anderseits erreicht dieser kurzfristige Ausreißer im Verhältnis zu den Vorjahren jedoch nicht das dramatische Maß an Verstorbenen, wenn man den Zeitraum der gesamten Grippesaison betrachtet und nicht nur das erste Halbjahr. Zwischen Anfang Oktober 2019 und Ende Mai 2020 sind in Schweden 62.150 Menschen verstorben. Im selben Zeitraum in den Jahren 2016/2017 sind 60.245 Menschen und in 2017/2018 60.340 Menschen verstorben.

Zieht man nun noch in Betracht, dass Schwedens Bevölkerung zwischen 2016 und 2019 um knapp 400.000 Einwohner gewachsen ist, dann ergibt sich noch einmal ein anderes Bild. Tatsächlich liegt die Anzahl der Verstorbenen im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße in der Grippesaison 2019/20 noch unter derjenigen im Vergleichszeitraum 2016/17 und stellt in ihrer Höhe die Regel dar und nicht die Ausnahme.

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Abbildung 2: Sterbefälle in Schweden je 1 Millionen Einwohner jeweils im Zeitraum Anfang Oktober bis Ende Mai 2020 (2).

Vollkommen entkräftet wird die offizielle Erzählweise,

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