Bolivien: Wenn der Spiegel heute nicht mehr weiß, was er gestern berichtet hat | Anti-Spiegel

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22-10-20 02:41:00,

Die Bolivien-Berichterstattung des Spiegel ist eine Farce, denn dort wird über Bolivien heute das exakte Gegenteil von dem geschrieben, was der Spiegel ein Jahr lang berichtet hat. Eine Erklärung für seine 180-Grad-Wende bleibt der Spiegel schuldig.

Zunächst eines vorweg: Natürlich kann es in einer Redaktion, wie der des Spiegel, vorkommen, dass zwei Redakteure mit einigen Monaten Abstand über ein Thema schreiben und dabei unterschiedliche Sichtweisen in ein und derselben Zeitung erscheinen. Aber im Fall von Bolivien reden wir von ein und demselben Korrespondenten, der heute das Gegenteil von dem schreibt, was er vor einem Jahr geschrieben hat. Leider bleiben der Spiegel und der Autor der beiden Artikel, die wir uns nun anschauen werden, eine Erklärung für die 180-Grad-Wende schuldig.

Ich habe vor knapp einem Jahr, als in Bolivien der Staatsstreich lief und der Wahlsieger, Präsident Morales, aus dem Amt geputscht wurde, ausführlich darüber berichtet, dass es sich dabei um einen von langer Hand geplanten und vorbereiteten Putsch gehandelt hat und dass es dafür auch öffentlich zugängliche Belege gab, die schon vor der Wahl bekannt waren und im Detail aufgezeigt haben, wie der Putsch ablaufen sollte. Und es ist auch genauso geschehen, wie es dort beschrieben wurde. Um nicht alles zu wiederholen, finden Sie hier die Details in meinem Artikel von vor einem Jahr.

Der Spiegel hat einen Lateinamerika-Korrespondenten namens Jens Glüsing. Am 11. November 2019 hat der in einem Spiegel-Artikel den Putsch in Bolivien schön geredet. Das klang damals so:

„Wenn das Militär einen demokratisch gewählten Präsidenten vorzeitig zum Rücktritt drängt wie jetzt in Bolivien, nennt man das normalerweise einen Putsch. Doch was ist, wenn eine Volksbewegung den Sturz des Präsidenten unterstützt, weil er seine jüngste Wiederwahl einer Manipulation an den Urnen verdankt?“

Der Spiegel hat, wie alle westlichen „Qualitätsmedien“ damals, behauptet, Morales habe die Wahl gefälscht und der Putsch sei eine „Volksbewegung“ gegen den bösen Morales gewesen. Dabei war damals schon bekannt, wie dieser Putsch im Vorwege geplant worden ist. Und ich gehe davon aus, dass Herr Glüsing das auch wusste, er ist seit 1991 Lateinamerika-Korrespondent des Spiegel, der Mann sollte sich in der Region also auskennen und davon gewusst haben. Aber er hat seinen Lesern alles verschwiegen, was nicht ins gewollte Bild der Wahlfälschung gepasst hat.

Das überrascht nicht,

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