Die Hiroshima-Vertuschung

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22-10-20 08:02:00,

Gedenkstätte für die Opfer des Atombombenabwurfes auf Hiroshima. (Foto: Samueles, Pixabay.com, CC-0)

Dieser Text wurde zuerst am 04.08.2020 auf http://www.consortiumnews.com unter der URL veröffentlicht. Lizenz: CC BY-SA 4.0

Zu Beginn des Atomzeitalters reiste ein unabhängiger australischer Journalist namens Wilfred Burchett nach Japan, um über die Folgen des Atombombenabwurfs auf Hiroshima zu berichten. Das einzige Problem war, dass General Douglas MacArthur den Süden Japans zum Sperrgebiet erklärt hatte, mit Ausnahme der Presse. Bei den Atombombenangriffen auf Hiroshima und Nagasaki starben über 200.000 Menschen, aber kein westlicher Journalist war Zeuge der Folgen und erzählte die Geschichte. Die Medienvertreter der Welt drängten sich gehorsam auf der USS Missouri vor der Küste Japans, um über die Kapitulation der Japaner zu berichten.

Wilfred Burchett (YouTube). Quelle: consortiumnews.com, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Wilfred Burchett beschloss, auf eigene Faust loszuziehen. Er war entschlossen, mit eigenen Augen zu sehen, was diese Atombombe bewirkt hatte, um zu verstehen, was es mit dieser hochgelobten neuen Waffe auf sich hatte. Also bestieg er einen Zug und fuhr dreißig Stunden lang in die Stadt Hiroshima, entgegen den Befehlen von General MacArthur.

Burchett entstieg dem Zug und kam in eine Albtraumwelt hinein. Die Verwüstungen, mit denen er konfrontiert wurde, waren anders als alles, was er während des Krieges je gesehen hatte. Die Stadt Hiroshima mit ihren 350.000 Einwohnern war dem Erdboden gleichgemacht. Von mehrstöckigen Gebäuden waren nur noch verkohlte Pfeiler übrig. Er sah Schatten der Menschen in Mauern und Bürgersteigen eingebrannt. Er begegnete Menschen, deren Haut abschmolz. Im Krankenhaus sah er Patienten mit violetten Hautblutungen, Wundbrand, Fieber und raschem Haarausfall. Burchett gehörte zu den ersten, die die Strahlenkrankheit sahen und beschrieben.

Burchett setzte sich mit seiner Mini-Hermes-Schreibmaschine auf einen Trümmerhaufen. Sein Bericht begann: „Dreißig Tage, nachdem die erste Atombombe die Stadt zerstört und die Welt erschüttert hat, sterben in Hiroshima immer noch Menschen, auf mysteriöse und schreckliche Weise – Menschen, die bei der Katastrophe, ausgelöst durch ein unbekanntes Etwas, das ich nur als die atomare Pest bezeichnen kann, unverletzt geblieben sind.“

Er fuhr fort und tippte die Worte an, die uns bis zum heutigen Tag noch immer verfolgen: „Hiroshima sieht nicht wie eine zerbombte Stadt aus. Es sieht aus, als sei eine Monster-Dampfwalze über sie hinweggefahren und hätte sie aus der Existenz verdrängt.

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