Menschen mit Mut

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22-10-20 02:32:00,

Thomas Brauner, von der Bundeswehr ausgebildete Fachkraft für Schutz und Sicherheit und gelernter Busfahrer, kam 1981 in Thüringen zur Welt, wo er heute wieder lebt. Als Familienvater mit drei Kindern im Alter von drei, vier und sechs Jahren erschien ihm das Leben in der alten, ländlichen Heimat zukunftssicherer als in der westdeutschen Großstadt. Bisher ein unpolitischer Mensch, der sich für Fußball, Luftfahrt, Musik und das Drehen von Hobbyfilmen interessiert hat, ist er aufgrund einer vorläufig letzten Busfahrt, die er auch auf Video mitschnitt, bekannt geworden. Er forderte die Kinder auf, während der Fahrt die Masken abzulegen, da er überzeugt davon ist, dass es sie gesundheitlich belastet, und zeichnete alles auf Video auf. Dass er aufgrund seiner Aktion seinen Job verloren hat, belastet ihn nicht. Im Gegenteil: Seitdem ist er richtig politisch aktiv.

Andrea Drescher: Wie wurden Sie politisiert?

Thomas Brauner: Ich finde die aktuelle Politik völlig untragbar. Es funktioniert eigentlich nichts so, wie ich es erwartet hätte. Während ich in der Vergangenheit eigentlich immer nur mit einem Auge auf das politische Geschehen geschielt habe, also nur Beobachter war, muss ich mich jetzt engagieren und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Auch wenn das viele nicht verstehen.

Was tun Sie konkret?

Zunächst bin ich am 1. September in die alte Heimat zurückgekehrt — auch meinen Kindern zuliebe. Das musste vor der Einschulung meiner Großen passieren, damit diese gleich neue Freunde finden kann und nicht aus dem vertrauten Umfeld herausgerissen wird. Meine Entscheidungen richteten sich immer nach meinen Kindern. Ich bin davon überzeugt, dass es die Verantwortung der Eltern sein muss, ihre Lebensstruktur an ihre Kinder anzupassen. Das verstehen manche Menschen in meinem Umfeld zwar nicht, aber das stört mich auch nicht weiter.

Wer versteht sowas nicht?

Bekannte, Freunde, selbst manche in der Familie — sobald sie merken, dass man gegen den Strom schwimmt, wird man kritisch begutachtet. Es wird erwartet, dass ich mich anpasse, wenn ich dazugehören will. Das habe ich nie gemacht, habe immer nach meinen eigenen Vorstellungen als eigenständiger Mensch gelebt. Diese Haltung scheint in unserer heutigen Gesellschaft nicht mehr gewünscht zu sein. Man wird abgewertet, wenn man sich nicht anpasst. Man gehört eben nicht mehr dazu. Ich machte schon immer mein eigenes Ding, und seit die Kinder da sind, treffe ich meine Entscheidungen eben so,

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