Wie McDonald’s seine Verantwortungslosigkeit organisiert (2)

wie-mcdonald’s-seine-verantwortungslosigkeit-organisiert-(2)

22-10-20 02:10:00,

Gegen Mc’Donald’s läuft eine Beschwerde wegen «systematischer sexueller Belästigung»

Tobias Tscherrig / 22. Okt 2020 –

McDonald’s-Mitarbeiter auf der ganzen Welt melden Vorfälle von sexueller Belästigung. Das Unternehmen unternimmt zu wenig dagegen.

Nun also auch in Frankreich: Nach einer monatelangen Recherche von «mediapart» und «Street Press», werden auch in Frankreich zahlreiche Vorwürfe von McDonald’s-Mitarbeitern betreffend sexistischen, rassistischen und homophoben Äusserungen sowie Anschuldigungen über sexuelle Übergriffe laut. Lesen Sie dazu den Infosperber-Artikel «Sexuelle Gewalt: In der Hölle der McDonald’s-Angestellten».

Das Problem betrifft aber nicht nur Filialen in Frankreich: McDonald’s-Angestellte auf der ganzen Welt berichten von systematischer sexueller Belästigung. Die Rechercheurinnen und Rechercheure von «mediapart» und «Street Press» kritisieren die Fast-Food-Kette für seine «organisierte Verantwortungslosigkeit». Dem Unternehmen gelinge es dank der «Zersplitterung seiner Unternehmen, die Verpflichtungen eines Arbeitgebers (…) zu umgehen.»

Beschwerde wegen «systematischer sexueller Belästigung»

Am 18. Mai 2020 reichte eine Koalition von Gewerkschaften, darunter die Service Employees International Union (SEIU), bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) eine Beschwerde gegen die McDonald’s-Gruppe wegen «systematischer sexueller Belästigung» ein. Wie die Autoren der Beschwerde gegenüber «mediapart» und «Street Press» sagen, ist dies die erste Beschwerde wegen «weit verbreiteter sexueller Belästigung in einem multinationalen Unternehmen» nach den OECD-Richtlinien.

Die von den Gewerkschaften gesammelten Zeugenaussagen reichen von sexistischen Äusserungen bis hin zu körperlichen Übergriffen und betreffen weibliche McDonald’s-Angestellte in Australien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Grossbritannien, den Vereinigten Staaten und Frankreich. «Es gibt ein Problem, das über einige wenige verkommene Individuen hinausgeht. Es ist kulturell, ja sogar systemisch innerhalb des Unternehmens», sagt Nicholas Allen, internationaler Koordinator bei SEIU, einer der grössten US-Gewerkschaften des Dienstleistungssektors gegenüber «mediapart».

US-Angestellte schlugen bereits vor zwei Jahren Alarm

Ein Jahr nach dem Beginn der MeToo-Bewegung schlugen amerikanische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fast-Food-Kette Alarm. In mehr als 10 Staaten demonstrierten sie gegen sexuelle Belästigung in den Restaurants des Giganten.

Innerhalb der Marke würden Fähigkeiten, Motivation und berufliche Qualitäten immer ohne Rücksicht auf Geschlecht und Herkunft anerkannt, sagt der Fast-Food-Konzern. «Alle unsere Kunden sehen, wenn sie die Tür eines Restaurants öffnen, dass unsere Teams das Spiegelbild eines vielfältigen Frankreichs und der Spiegel der Gebiete sind, in denen wir ansässig sind. Unsere Restaurants (…) sind Orte der Toleranz und Treffpunkte für alle Kulturen und Herkünfte.»

Anders sehen das Beobachter wie Bryce Covert,

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: