«Covid-19 lohnt sich nicht mehr, im Frühjahr kommt Covid-20»

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23-10-20 10:59:00,

Helmut Scheben / 23. Okt 2020 –

Die Bonmots und Witze rund um die Pandemie nehmen die Corona-Politik aufs Korn. Gut so, Humor hat «entängstigende» Wirkung.

In Berlin kursierte bei Beginn der Pandemie ein Witz:

«Die Berliner haben in China angefragt, ob die Arbeiter, die das Krankenhaus in Wuhan gebaut haben, nicht auch den Berliner Flughafen fertigstellen könnten. China hat abgesagt. Nur für einen Tag schicken sie die Leute nicht los.»

Die Berlinerinnen und Berliner, ob links oder rechts, gross oder klein, dick oder dünn, können noch über sich selber und ihre Stadtregierung lachen. Wo kämen wir hin, wenn zwischen unserem Ego und der Gesellschaft nicht ein Rest von heiterem Tageslicht bestehen würde?

Was hat man nicht alles für Corona-Witze gehört. Wie den über Corona-Bier, das die Mexikaner nun des kleineren Übels willen in «Ebola-Bier» umbenennen. Wäre das sprichwörtliche Radio Eriwan noch dieselbe Quelle des Humors wie zu Zeiten der Sowjetunion, dann wüssten wir, woher der derzeit im Osten kursierende Witz stammt:

«Gegen Covid-19 gibt es nichts Besseres als jeden Tag drei Knoblauchzehen essen. Und das hilft gegen den Virus, Towaritsch? Nein, aber dann ist es leichter, den Abstand einzuhalten.»

Für Humor sorgt auch Lukaschenko, der gesagt haben soll, gegen Covid-19 helfe Wodka und Traktorfahren an der frischen Luft.

Humor gegen Ohnmacht

Es ist kein Zufall, dass die Corona-Situation in den sozialen Medien einen Tsunami von Witzen hervorbringt. Eine der vielen Funktionen von Humor sei die «entängstigende Wirkung», schreibt der Psychotherapeut Arist von Schlippe. Die erschreckende Realität wird relativiert: «Manche Witze bringen den Erzähler in eine interessante Position, nämlich die fantasierte Überlegenheit angesichts der Erfahrung eigener Ohnmacht.» Der Witz ist die Waffe der Ohnmächtigen. Sein Kennzeichen ist die Respektlosigkeit, mit der hinter die Fassaden sozialer Ordnung geschaut wird.

Diese soziale Ordnung, das werden selbst die eisernen Corona-Polizisten einräumen, ist derzeit im Begriff, selbst zur Realsatire zu verkommen. Wer verreist, wird bei der Einreise ins Nachbarland eingesperrt (Ausnahmen gibt es immerhin für Schweizer Einkaufstouristen in Baden-Württemberg). Oder er wird bei der Rückkehr eingesperrt. Das nennt man Quarantäne.

Der Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales von Nordrhein-Westfalen wird in der Tagesschau gefragt, wie es denn nun mit den Kneipen und dem Feiern stehe: Bier sei ja ok,

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