Valdai-Forum: Putin im O-Ton über Unterschiede der westlichen und russischen Wirtschaftspolitik | Anti-Spiegel

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23-10-20 12:20:00,

Am Donnerstag ist Putin beim Valdai-Forum aufgetreten und hat sich drei Stunden den Fragen der Experten gestellt. Alles kann ich nicht übersetzen, aber ich werde heute und in den nächsten einige Fragen und Putins Antworten übersetzen. In diesem Artikel geht es um die Unterschiede der Wirtschaftspolitik im Westen und in Russland.

Russlands Wirtschaft ist, trotz Sanktionen und entgegen dem, was die westliche Presse gerne schreibt, erstaunlich stabil und wächst sogar schneller, als die deutsche Wirtschaft. Ich habe schon darüber geschrieben, dass Russland Deutschland in diesem Jahr – trotz oder wegen Corona – als fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt ablösen könnte. Das berichten westliche Medien zwar nicht, dafür aber zum Beispiel die Prognosen des IWF.

Der wirtschaftliche Erfolg Russlands hat Gründe. In der westliche Presse wird Putin vorgeworfen, dass der Anteil des Staates in der russischen Wirtschaft zu hoch sei. Der Vorwurf ist logisch, schließlich möchte der Westen, dass Russland mehr privatisiert, damit westliche Konzerne sich in rentable russische Wirtschaftszweige einkaufen können, vor allem auch in die Förderung von Rohstoffen. Russland geht jedoch einen anderen Weg.

Danach wurde Putin von einem Teilnehmer der Valdai-Konferenz gefragt und ich habe ich die Frage und Putins Antwort komplett übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Frage: Wladimir Wladimirowitsch, wir hören vor dem Hintergrund der globalen wirtschaftlichen Schocks immer häufiger, dass wir über die Frage diskutieren müssen, ob die liberale Marktwirtschaft für die Staaten noch ein verlässliches Instrument für ihr Überleben und für ihre Bürger ist.

Papst Franziskus hat kürzlich gesagt, der Kapitalismus habe sich selbst erschöpft. Russland lebt seit 30 Jahren im Kapitalismus, müssen wir jetzt nach einer Alternative suchen? Gibt es eine Alternative? Vielleicht die Rückkehr zu linken Ideen oder etwas völlig Neues?

Vielen Dank.

Wladimir Putin: Lenin hat einmal über die Muttermale des Kapitalismus und so weiter gesprochen. Wir leben hier in Russland nicht seit 30 Jahren in einer vollertigen Marktwirtschaft, wir bauen sie und ihre Institutionen ganz allmählich auf. Für das moderne Russland begann diese Arbeit bei Null. Natürlich berücksichtigen wir, was in der Welt vor sich geht. Aber nach einer so langen Zeit in der Planwirtschaft, fast einem Jahrhundert, ist es nicht so einfach, zur Arbeit unter Marktbedingungen zu wechseln.

Aber Sie wissen Sie, das der reine Kapitalismus, den Sie erwähnt haben, irgendwann zu Beginn des letzten Jahrhunderts existiert hat.

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