Valdai-Konferenz: Putin im O-Ton über Erdogan und dessen Rolle im Krieg um Bergkarabach | Anti-Spiegel

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23-10-20 09:12:00,

Auf der Valdai-Konferenz wurde Putin auch zu dem Krieg um Bergkarabach zwischen Armenien und Aserbeidschan befragt. Dazu gab es viele Fragen, am interessantesten fand ich jedoch die Frage zur Rolle Erdogans und Putins Antwort auf die Frage, daher habe ich beides komplett übersetzt.

Der Krieg um Bergkarabach ist in Russland ein sehr wichtiges Thema und dazu gab es auf der Valdai-Konferenz viele Fragen an Putin. In der Sache hat Putin nicht viel Neues gesagt, Russland bemüht sich um Neutralität und versucht, die Seiten an den Verhandlungstisch zu bekommen. Das hat nicht nur historische – immerhin kämpfen zwei ehemalige Sowjetrepubliken gegeneinander – oder geopolitische Gründe – immerhin gilt der Kaukasus als russische Einflusszone. Der Grund ist auch, das hat Putin hier wieder gesagt, dass in Russland jeweils über eine Million Armenier und Aserbeidschaner leben. Der Krieg betrifft also Russland ganz direkt, denn viele von denen leben seit Jahrzehnten in Russland haben auch die russische Staatsbürgerschaft.

In dem Krieg verhält Erdogan sich hingegen als Scharfmacher, unterstützt Aserbeidschan offen bei seinem Versuch, Bergkarabach zurückzuerobern und wie Analysten meinen, will Erdogan so seine Einflusszone in den Kaukasus ausdehnen, was ihn in Konflikt mit Russland bringen könnte. Über diese geopolitischen Aspekte und die mögliche Eskalation des Konfliktes zu einem regionalen Flächenbrand im Pulverfass Kaukasus habe ich eine Analyse geschrieben, die Sie hier finden können.

Nun aber zu der Frage des Moderators der Podiumsdiskussion des Valdai-Forums an Putin zu dem Thema und zu Putins Antwort, beides habe ich komplett übersetzt.

Beginn der Übersetzug:

Moderator: Wladimir Wladimirowitsch, wenn ich darf, möchte ich noch auf ein sehr heißes Thema kommen.

Schließlich ist der qualitative Unterschied der aktuellen Krise im Südkaukasus zu früher gerade die Rolle der Türkei, die viel aktiver ist, als zuvor. Sie haben gesagt, Präsident Erdogan sei ein flexibler Mann. Das ist möglich. Sie haben viel Zeit mit ihm verbracht. Gleichzeitig glauben viele Experten jedoch, dass Erdogan tatsächlich eine Politik verfolgt, um seine Einflusszone auf die Grenzen des ehemaligen Osmanischen Reiches auszudehnen. Und das sind, wie wir wissen, sehr große Gebiete, zu denen viele andere gehören. Auch die Krim gehörte mal dazu. Das ist zwar lange her, aber trotzdem.

Müssen wir nicht Angst haben, dass es, wenn dies seine konsequente Linie ist, zu gewissen Diskrepanzen mit Ankara kommt?

Wladimir Putin: Russland hat vor nichts Angst.

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