Wer‘s glaubt …

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23-10-20 02:36:00,

„Mehr Menschen halten Medien in Deutschland für glaubwürdig“, titelte der Westdeutsche Rundfunk (WDR) in einem Artikel am 12. Oktober 2020. Aktuelle Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage, die der WDR selbst in Auftrag gegeben hat, sollen dies bestätigen. Demnach würden 67 Prozent der Befragten die „Informationen in den deutschen Medien alles in allem für glaubwürdig“ erachten.

Die Steigerung um 15 Prozentpunkte im Vergleich zum Jahr 2015, könne laut WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn als großes Kompliment an die Arbeit der Journalistinnen und Journalisten verstanden werden. Der Applaus gelte insbesondere den öffentlich-rechtlichen Anbietern. Diese machen nach Angaben zur „Bewertung der Corona-Berichterstattung“ einen guten Job. Schlechter schneiden hierbei die Medienangebote privater Sender ab. Weniger deutlich geht aus den Angaben der Statistik der sichtlich wachsende Zuspruch gegenüber alternativen Medien hervor.

Durchgeführt hat die Studie das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap im Auftrag des WDR. Im Zeitraum vom 23. September bis zum 5. Oktober 2020 wurden insgesamt 1.001 wahlberechtigte Personen in Deutschland zu ihrer Einschätzung der Glaubwürdigkeit verschiedener Medienangebote befragt. Außer Frage steht sicher, dass sich die Medien — unabhängig davon, ob sie den Öffentlich-Rechtlichen, den Privaten oder den Alternativen zuzuordnen sind — bei ihrer journalistischen Arbeit an dem Kriterium der Glaubwürdigkeit orientieren sollten. Nichtsdestotrotz sollten sie auch über Hintergründe aufklären und kritische Fragen stellen, um letztlich ein differenziertes Bild des politischen und gesellschaftlichen Geschehens zu entwerfen.

Wie steht es mit dem Verhältnis von Neuinfektionen und der Anzahl durchgeführter Tests? Wie groß ist der Anteil derjenigen Personen, welche eine intensive Behandlung im Krankenhaus benötigen, und wie hoch ist jener von Personen, die keinerlei Symptome haben? Eher selten werden steigende Infektionszahlen in einem solchen Gesamtzusammenhang betrachtet. Ebenso wenig schaffen es die seit Mitte Mai schwindend geringen Todeszahlen in die Schlagzeilen der Medien. Besser verkaufen lassen sich hingegen dramatisch klingende Überschriften wie: „Corona! Aktuelle Daten: Mehr als 5.000 neu Infizierte! RKI mahnt zum Infektionsschutz“, „Coronavirus: RKI meldet 7.334 Neuinfektionen“ oder „Mehr als 70 Hotspots — Diese Regionen überschreiten jetzt den Inzidenzwert von 50“.

Neben der Verwirrung über die sich ständig ändernden politischen Beschlüsse und deren unterschiedliche Auslegung nach Bundesländern , wird unmittelbar deutlich:

In der Medienlandschaft herrscht ein absolutes Zahlenchaos. Es scheint,

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