Wider das Netzwerk Monarchie

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23-10-20 10:55:00,

Spätestens seit dem Putsch von Feldmarschall Sarit im Jahr 1957 entfaltete sich in Thailand eine unheilvolle, für die daran Beteiligten aber äußerst lukrative Symbiose zwischen Militär, Monarchie und der reichen Oberschicht. Sarit hatte eingesehen, dass er seine Macht am besten dadurch festigen konnte, wenn er sich auf die Monarchie berief. Und er bekam den Segen des damals erst 30-jährigen Bhumipol, der wiederum eingesehen hatte, dass er die Monarchie am besten festigen konnte, wenn er mit dem Militär zusammenarbeitete. Nachfolgend wurde eine unbeschreibliche Propagandawelle zur Stützung der Monarchie losgelassen. Kaum eine neue Schule, kaum eine Brücke und kaum ein Bewässerungsprojekt, das Bhumipol nicht medienwirksam einweihte, die Reporter immer an seiner Seite, und das in den Nachrichten nicht als königliches Projekt dargestellt wurde. Der König in seiner unermesslichen Güte und Weisheit als Ursprung und Garant allen Fortschritts in Thailand, diese Propagandashow lief 70 Jahre lang, bis zu seinem Tod und darüber hinaus bis heute noch. Von Jinthana Sunthorn, Hongkong. Übersetzung aus dem Englischen durch die NachDenkSeiten-Redaktion.

Die thailändische Gesellschaft war damals noch eine ganz andere als heute. 1957 waren die meisten Thailänder noch in der Landwirtschaft tätig, bauten vor allem Reis, Zuckerrohr und Mais an, pflügten die Felder noch mit Wasserbüffeln und die wenigsten waren belesen. Die meisten Bauern konnten trotz Schulpflicht kaum schreiben. Ein Kalender mit dem Bild des Königs war oft die einzige Wanddekoration in ihren armseligen Hütten. Die Schulkinder wurden zu Monarchisten erzogen, die Wohltaten des Königs wurden in allen Klassen gelehrt. Der Schulunterricht begann genauso wie der Arbeitstag in allen öffentlichen Büros und Betrieben am Morgen um 8 Uhr mit dem Abspielen der Nationalhymne. Und das ist auch heute noch so. Das Bild des Königs hing in jedem Klassenzimmer und in jedem Büro, stand an jeder Straßenkreuzung, Berichte von den Wohltaten des Königs waren jeden Tag im Radio und später auch im Fernsehen zu hören und zu sehen. Die Abschlussdiplome der Universitäten wurden den Studenten vom König persönlich oder stellvertretend von einem seiner Familienmitglieder in einer öffentlichen und vom Fernsehen übertragenen Feier überreicht. Thailand ohne die Monarchie schien undenkbar. Vajiralongkorn aber war bei solchen Anlässen nur selten zu sehen, er entzog sich schon damals seinen Pflichten als Thronfolger. Bhumipols Töchter aber, vor allem Prinzessin Sirindhorn, waren wie ihr Vater fast täglich im Fernsehen bei irgendwelchen karikativen Tätigkeiten zu sehen. Die meisten Thais hätten sich Sirindhorn als Nachfolgerin von König Bhumipol gewünscht.

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