Wie die Ukraine zum Brückenkopf der Nato wird

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23-10-20 01:56:00,

Kiew kann es sichtlich kaum noch erwarten, zu einem festen Außenposten westlicher Streitkräfte zu werden. Feierlich kündigt Präsident Selenski den Bau zweier Militärhäfen im Süden des Landes an, nachdem sein Außenminister Kuleba erklärt hat, Kiew stelle der britischen Marine gerne Land zur Verfügung für den Bau eines Stützpunkts am Schwarzen Meer.

Die 450 britischen Fallschirmjäger können doch gern auch nach dem Manöver in der Ukraine bleiben, erklärte der ukrainische Außenminister Kuleba im Anschluss an die Militärübung „Vereinte Kräfte 2020“ im Gebiet Nikolajew an der Schwarzmeerküste. Schließlich habe Großbritannien die Unabhängigkeitsbestrebungen der Ukraine, so das Regierungsmitglied, immer schon unterstützt. Ob es den Briten wirklich um die Unabhängigkeit der Ukraine geht, verdeutlicht eine andere Episode viel besser:

„Sind in Russlands Hinterhof gelandet“, twitterten die besagten britischen Streitkräfte anlässlich des Manövers auf ukrainischem Boden.

Auf Kiews Einladung hat London noch nicht geantwortet, bleibt aber nicht untätig in Sachen Ukraine. Kampfschiffe der britischen Marine sind Dauergäste im Schwarzen Meer. Mitte Oktober ist der Zerstörer HMS Dragon in den Hafen von Odessa eingelaufen; zuvor, im August, erklärte der britische Verteidigungsminister Ben Wallace, London werde die Führung im internationalen Programm zur Ausbildung ukrainischer Marinematrosen übernehmen.

Die Zusammenarbeit der beiden Länder im Militärbereich wird immer stärker. Präsident Selenski unterzeichnete unlängst eine Vereinbarung mit einer britischen Finanzierungsbehörde als Grundlage dafür, dass die Briten für die ukrainische Marine Raketenboote nach Nato-Standard bauen. Aber eine britische Marinebasis an der ukrainischen Schwarzmeerküste – das war nie ernsthaft im Gespräch, bis Außenminister Kuleba sich dahingehend geäußert hat. Es ist ja auch so, dass die ukrainische Verfassung den Aufbau ausländischer Infrastruktur in der Ukraine verbietet. Doch eine Ausnahme für die Briten: Die Kiewer Führung kann sicherlich Wege finden.

Die engsten Verbündeten der Briten – die Amerikaner – machen derweil vor, wie es gehen könnte. Im Juli 2017 wurde in der Stadt Otschakow, gerade mal 150 Kilometer von der Krim entfernt, der Grundstein eines maritimen Operativzentrums gelegt. Ausschließlich amerikanische Fachkräfte waren am Bau beteiligt, Ukrainer mussten sich vom Bauobjekt fernhalten. Im vergangenen Sommer ist die Fertigstellung des Operativzentrums verkündet worden, aber Informationen darüber sind nicht verfügbar.

Bei der amerikanischen Navy sind Operativzentren als Führungsstäbe dafür zuständig, die Einsätze mehrerer Marineeinheiten in unterschiedlichen Missionen zu koordinieren. Das Operativzentrum in Otschakow befindet sich auf dem Areal einer ukrainischen Marinebasis unweit des 73.

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