Sonderreihe Teil 4: Wie sehr die EU von einer Zusammenarbeit mit Russland profitieren würde | Anti-Spiegel

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24-10-20 07:52:00,

In dieser Woche habe ich in einer Sonderreihe analysiert, welche Folgen die anti-russische Politik des Westens für einzelne EU-Staaten hat, die diese am stärksten forcieren. In diesem letzten Teil werfe ich einen Blick auf die EU als Ganzes.

Ist Russland ein europäisches oder ein asiatisches Land? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, denn Russland ist beides. Russland ist Teil der europäischen Kultur und der Großteil der russischen Bevölkerung lebt im europäischen Teil des Landes. Aber der größte Teil Russlands liegt in Asien und in Russland leben viele asiatische Völker. Schon die Übersetzung des Namens des Staates als „Russische Föderation“ ist falsch. Korrekt übersetzt müsste es „Russländische Föderation“ heißen. Was die EU von den Russländern lernen kann

Das bedeutet, dass sich all die über 130 Völker Russlands als „Russländer“ fühlen, nicht als Russen. Die Völker Russlands haben ihre eigenen Sprachen, Kulturen, Bräuche und Religionen behalten, kein Volk, das im Laufe der Geschichte Teil Russlands wurde, ist untergegangen oder so vollständig assimiliert worden, dass es als eigene Volksgruppe oder Ethnie verschwunden wäre. Es ist in Russland kein Widerspruch, zum Beispiel Tatare und Russländer zu sein, im Gegenteil. In Russland stellt man oft fest, dass Vertreter anderer Volksgruppen als der Russen, die größten „russländischen“ Patrioten sind.

Russland hat das geschafft, was die EU eigentlich erreichen will: Über 130 Völker fühlen sich als Russländer und als Mitglieder ihrer eigenen Volksgruppe und das ist dort völlig normal. Das ist doch das Ziel der EU: Die Menschen sollen sich als Europäer fühlen, sie sollen zu einer Einheit zusammenwachsen. In der EU jedoch funktioniert das bisher nicht wirklich.

Die EU könnte also von Russland eine Menge lernen, wenn es darum geht, wie man Völkern ihre eigene Identität lässt, aber sie trotzdem zu einer Gemeinschaft vereinen kann, die sich auch zusammengehörig fühlt. Das wichtigste, was die EU von Russland lernen könnte, wäre das Volk (oder die Völker) nicht zu spalten. In der EU erleben wir laufend die Konflikte zwischen nördlichen und südlichen Mitgliedern, zwischen den östlichen und westlichen und so weiter. Wir sehen Verteilungskämpfe, anstatt die Arbeit an gemeinsamen Zielen.

Als Deutschland die Austeritätspolitik durchgesetzt hat, unter Griechenland zu leiden hatte, war in Deutschland die Rede von den faulen Griechen und in Griechenland hat Merkel mit Hitler-Bärtchen die Titelseiten geschmückt. Trotz allen Geredes über das gemeinsame und solidarische Europa ist die EU meistens mit sich selbst beschäftigt,

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