Auch nach Monaten ist exakte Corona-Sprache in Medien selten

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26-10-20 12:51:00,

Urs P. Gasche / 26. Okt 2020 –

Statistisches Durcheinander: «Positiv Getestete» – «bestätigte Fälle» – «Patienten» – «Infizierte» – «Angesteckte» – «Genesene».

Wer Infosperber schon länger liest, findet in diesem Artikel nicht viel Neues. Doch grosse Medien informieren noch immer mit missverständlichen und irreführenden Begriffen. Viele davon dramatisieren unnötig und schüren Angst. Vielleicht ist dies gegenwärtig erwünscht und gewollt, weil die Bevölkerung wieder mehr Disziplin zeigen muss beim Abstandhalten und Maskentragen und sich an Versammlungs- und Reiseeinschränkungen halten soll.

Doch unpräzise, unsachliche und dramatisierende Begriffe und Grafiken kratzen an der Glaubwürdigkeit von Behörden und Medien, fördern Misstrauen unter der Bevölkerung und spielen Verschwörungsphantasierern in die Hände. Eine differenzierte und einordnende Information, die glaubwürdig bleibt, würde die Menschen auf Dauer mehr dazu motivieren, sich wo immer nötig zu schützen und Empfehlungen von Behörden zu folgen.

Besonders seit die «Fall»-Zahlen stark steigen, kommen in vielen Medien fast nur noch Alarmisten zu Wort. Über den Hilferuf des kleinen Spitals Schwyz wurde ausgedehnt und mit Reportagen vor Ort berichtet, obwohl es sich wegen den Folgen eines Jodelfestes um eine exotische Ausnahme handelt. Die Medien alarmierten, sogar ohne die nicht veröffentlichten effektiven Belegungszahlen des Spitals in Erfahrung gebracht zu haben.

Spitaleinweisungen müssen im Vordergrund stehen

Keine Frage: Die Entwicklung der Spitaleinweisungen wegen Corona muss jetzt mehr denn je im Vordergrund stehen, um notwendige Massnahmen zu ergreifen. Gegenwärtig setzt ein Trend ein, der in Spitälern einiger Kantonen wieder zu Überlastungen führt. Umso dringender ist jetzt geboten – unabhängig von der kommenden Entwicklung – präventiv dafür zu sorgen, dass sich gefährdete Personen besonders in Alters- und Pflegeheimen schützen können, ohne wieder vollständig isoliert zu werden. Infosperber wird darauf zurückkommen.

Vermehrter Spitaleinweisungen dürfen jedoch nicht davon abhalten, die aktuellen Corona-Daten richtig einzuordnen und möglichst verständlich zu erklären (Optimierungsvorschläge sind erwünscht).

Aktuelle Auslastung der Intensivstationen

Die Hauptausgabe der SRF-Tagesschau vom 23. Oktober zeigte folgende Grafik, aus der ein deutlicher Anstieg der belegten Betten auf Intensivstationen ersichtlich ist (steigende rote Fläche rechts):

Diese Entwicklung in Intensivstationen muss SRF absichtlich so besorgniserregend dargestellt haben, denn die gleiche Redaktion veröffentlicht auf SRF-online folgende vollständige und korrekte Grafik:

Auf dieser SRF-Grafik ist ersichtlich, dass auf Intensivstationen gegenwärtig gleich viele Patienten liegen als noch im Juni (hell-violette Fläche).

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