Baden-Württemberg will „Hilfspolizisten“ einsetzen

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28-10-20 09:15:00,

Die CDU im baden-württembergischen Landtag fordert „im Kampf gegen die Pandemie“ den Einsatz von sogenannten „Hilfspolizisten“. Rund 670 ehrenamtliche Kräfte könnten helfen, die Zahl der Neuinfektionen wieder „auf ein beherrschbares Maß zu reduzieren“, sagte der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Thomas Blenke. „Polizeifreiwillige könnten vor Ort auf den Straßen und Plätzen auf die Menschen zugehen und sie von der Notwendigkeit der neuen Corona-Kontaktbeschränkungen überzeugen.“

Während jahrelang bei der Polizei gespart wurde, scheinen die Finanzen in Corona-Zeiten diesbezüglich kein Problem mehr zu sein. Der SWR berichtet, dass „derzeit Polizeifreiwillige ohnehin bereits im Einsatz seien. Sie würden dort in Aktion sein, wo Personalmangel bei der regulären Polizei vorherrsche. Laien würden den Unterschied gar nicht bemerken. Sie seien zwar keine Beamten und nur eingeschränkt ausgebildet, würden aber Dienstwaffe und Uniform tragen“.

Die Grundausbildung für diese Hilfspolizisten, die Waffe tragen dürfen, beträgt lediglich 84 Stunden. Jährlich muss eine Fortbildung von 18 Stunden absolviert werden. Angesichts dieser dürftigen „Ausbildung“ ist der Einsatz von solchen „Polizisten“ mit Waffe höchst bedenklich. Den Hilfspolizisten fehlt nicht nur das nötige Fingerspitzengefühl in brenzligen Situationen oder eine adäquate psychologische Ausbildung, um angemessen zu reagieren. Der Umgang mit einer Waffe in unsicheren Situationen kann gerade in diesen Zeiten, wo bei vielen Menschen die Nerven ohnehin blank liegen, schnell außer Kontrolle geraten.

Darüber hinaus ist das Vorhaben der BW-CDU moralisch höchst fragwürdi, denn es erinnert an die Hilfspolizei (HiPo), welche nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 gegründet wurde. Die HiPo spielte eine zentrale Rolle bei der Ausschaltung politischer Gegner der Nationalsozialisten, welche dann verhaftet wurden. Gleichzeitig war die HiPo ein Mittel zur Kontrolle der regulären Polizeibeamten, die den neuen NS-Machthabern als „politisch unzuverlässig“ galten.

Vieles, was derzeit in den Regierungen passiert, erinnert in erschreckender Weise an die Geschehnisse vor rund 80 Jahren.

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