Corona-Politik: „Verstößt gegen alles, was ich über Deutschland gelernt habe“ – Brönners Brandrede

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28-10-20 02:40:00,

Musiker Till Brönner hat in den sozialen Medien seinem Ärger Luft gemacht und in einem dringenden Appell die Corona-Maßnahmen der Politik kritisiert: 1,5 Millionen Beschäftigte der Kulturlandschaft würden enorm vernachlässigt. Seine Künstler-Kollegen ruft der Star-Trompeter dazu auf, lauter zu werden und sich zu organisieren.

Der weltbekannte Jazz-Musiker und Fotograf Till Brönner hat über seinen Instagram-Kanal und auf seiner Facebook-Seite gegen die aktuelle Corona-Politik gewettert. Sie gehe zu Lasten der Kulturlandschaft:

„Wie kann man einzelnen Konzernen Milliarden in den Vorgarten werfen und der Veranstaltungsbranche Arbeitslosengeld 2 anbieten? Wir Musikkünstler sind weder arbeitslos, noch hatten wir vor Corona ein Nachfrageproblem, wie so einige andere Branchen übrigens, die in Wahrheit nicht an Corona, sondern durch Schläfrigkeit oder Gier in Schieflage geraten sind.“ 
Kulturvolk ist auch Wahlvolk

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REUTERS / KAI PFAFFENBACH

„Was hier gerade passiert, verstößt gegen alles, was ich über Deutschland gelernt habe. Und wofür wir mit unserem demokratischen Selbstverständnis stehen. Liebe Politiker, lasst euch wählen, ja! Aber vergesst bitte nicht von wem! Das Land steht kulturell still! Und die Beweglichsten und Ehrlichsten tretet ihr gerade mit Füßen, wenn ihr nicht handelt. Kultur ist kein Luxus, sondern ein Menschenrecht – und spült – man höre und staune – Geld in die Kassen des Staates!“

1,5 Millionen Beschäftigte und viel Geld

Es sei mitnichten eine Minderheit betroffen, sondern es gehe in Deutschland um 1,5 Millionen Beschäftigte in seiner Branche, die einen Umsatz von 130 Milliarden generieren würden – wie mit Kulturschaffenden in der Corona-Krise umgegangen werde, hält Brönner für skandalös. Zu sehen, wie die Wirtschaft seit Ausbruch der Pandemie reflexartig in systemrelevante und systemirrelevante Berufe unterteilt wurde, habe er zunächst für eine reine Sicherheitsmaßnahme gehalten, blieb optimistisch und dachte: „Gib denen ruhig ein bisschen Zeit. Ein Land wie Deutschland wird uns schon nicht hängen lassen. Die haben uns ja auch schließlich alle ausgebildet und uns ‘ne Steuernummer verpasst.“ Doch dann sei der Sommer gekommen und er habe genauso viele Urlaubskarten wie immer bekommen – von Leuten außerhalb seiner Branche. Gleichzeitig hätten ihn Kollegen aus der Kulturbranche angerufen, um sich vorsichtig nach seiner eigenen Auftragslage zu erkundigen, hätten ihm ihr Leid geklagt. Allein in seinem Dunstkreis seien es Hunderte qualifizierter Menschen:

„Und zusammen sind wir viele. So viele, dass der Vergleich mit den größten Branchen wie der Autoindustrie deshalb hinkt, weil wir mehr als doppelt so viele sind… Hier geht es nicht um Selbstverwirklicher,  » Lees verder

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