Hohe Corona-Zahlen: Drosten fordert „Mini-Lockdown“ und Lauterbach Kontrollen in Privatwohnungen

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28-10-20 01:59:00,

Deutschland

12:13 28.10.2020(aktualisiert 14:11 28.10.2020)

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Angesichts der drastisch gestiegenen Corona-Infektionszahlen spricht sich der Virologe Christian Drosten für einen zeitlich befristeten, kurzen „Lockdown“ aus, um die stark steigenden Neuinfektionen auszubremsen. SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach fordert, Treffen auch in privaten Wohnungen zu kontrollieren.

In der neuen Podcast-Folge „Coronavirus-Update“ des Norddeutschen Rundfunks (NDR) zeigt sich Christian Drosten besorgt über die exponentiell wachsende Zahl der Neuinfektionen in Deutschland. „Wenn die Belastung zu groß ist, muss man eine Pause einlegen.“ Deshalb fordert er die Politik und die Gesellschaft dazu auf, über einen „Mini-Lockdown“ nachzudenken. Gemeint ist eine mit Vorlauf angekündigte und zeitlich befristete Maßnahme. „Das Virus verlangt ab einer bestimmten Fallzahl einen Lockdown“, sagt Drosten.

„Das Entscheidende ist die Planbarkeit“

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AFP 2020 / JOHN MACDOUGALL (ARCHIVFOTO)

„Es gibt europäische Nachbarländer, die diesen Punkt schon überschritten haben, und wir werden in den nächsten Tagen und Wochen sehen, dass sie wieder in einen Lockdown gehen“, so der Leiter der Virologie an der Berliner Charité weiter. In Wales, Nordirland und Schottland ist dieser Schritt bereits erfolgt.

Der Vorteil eines solchen temporären Lockdowns gegenüber einem allgemeinen, von vornherein unbegrenzten Lockdown, wie er im Frühjahr in Deutschland verhängt wurde, sei folgender: „Alle wissen von vornherein: Er ist zeitlich befristet. Dann können sich alle darauf einstellen“, erklärt Drosten. Das Entscheidende sei die Planbarkeit.

Lauterbach fordert Kontrollen in Privatwohnungen

Karl Lauterbach schlägt derweil vor, Kontaktbeschränkungen auch in privaten Räumen zu kontrollieren. Die Unverletzbarkeit der Wohnung dürfe der öffentlichen Gesundheit nicht länger im Wege stehen.

„Wir befinden uns in einer nationalen Notlage, die schlimmer als im Frühjahr werden kann. Die Unverletzbarkeit der Wohnung darf kein Argument mehr für ausbleibende Kontrollen sein“, sagte der der SPD-Politiker der „Rheinischen Post“.

Natürlich gilt die „Unverletzlichkeit der Wohnung“ nach Artikel 13. Diese stelle auch ich natürlich nicht in Frage. Aber wir dürfen nicht zulassen, dass mit 30 Leuten private Feiern stattfinden wenn die Kneipen im Shutdown demnächst geschlossen sind. https://t.co/1hEtu3Nh19

— Karl Lauterbach (@Karl_Lauterbach) October 28, 2020

​„Wenn private Feiern in Wohnungen und Häusern die öffentliche Gesundheit und damit die Sicherheit gefährden, müssen die Behörden einschreiten können.“ Lauterbach griff in dem Zusammenhang NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) an, der sich dagegen ausgesprochen hatte. „Laschet irrt, wenn er solche Superspreading-Events weiterhin tolerieren will“,

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