„Wir machen einfach auf.“ Kein Witz und ohne Gewähr: Morgen eröffnet der Hauptstadtflughafen BER.

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30-10-20 08:01:00,

Am Samstag wird der Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ eingeweiht. Zumindest ist es so angekündigt. Einen Schlussstrich unter das Desasterprojekt und 14 Jahre Pleiten, Pech und Pannen markiert der Termin aber mitnichten. Längst zeichnet sich ab, dass der Airport zum Sanierungsfall für die Ewigkeit wird – nicht nur wegen Corona. Die Möglichkeit einer Privatisierung wird auch schon diskutiert, was die Sache nicht besser macht. Zum „Abheben“ besteht so oder so kein Anlass, findet sogar der „Chefpilot“. Eine leicht hämische Würdigung von Ralf Wurzbacher.

Dieser Samstag wird ein schwarzer Tag für alle Spaßvögel. „Morgen eröffnet der BER!?“ Was seit bald zehn Jahren verlässlich für Lacher sorgt, könnte morgen tatsächlich bitterer Ernst werden. Am 31. Oktober wird (soll) der Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ (BER) offiziell und ein für alle Mal eröffnet werden. Dann ist Schluss mit lustig und die Welt um einen Running Gag ärmer. Im dann siebten Anlauf (verflixt) – nach zuvor sechs gescheiterten Versuchen – wird (soll) zum ersten Mal ein Linienflugzeug von dort abheben, wo am 5. September 2006 der erste Spatenstich in den märkischen Sand gesetzt wurde.

Aber weil man den Tag bekanntlich nicht vor dem Abend loben möge und als skeptischer Zeitzeuge der Geschehnisse (und Nichtgeschehnisse) am Standort Schönefeld im Süden der Hauptstadt den Konjunktiv besser in Hinterkopf behält, wollen die NachDenkSeiten das Event vorsichtshalber schon heute am Freitag (nicht dem 13.) würdigen. Denn man weiß ja nie, was in 24 Stunden noch alles schiefgehen kann, zumal und speziell beim BER. Und sollte am Ende doch noch etwas dazwischen gekommen sein, könnten wir das immer noch am Montag nachtragen – mit einer (Lach)-Träne mehr im Knopfloch.

„Monster“ gebändigt

Zu Scherzen dürfte der Chef der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB), Engelbert Lütke Daldrup, heute eher nicht aufgelegt sein. Sperrt er Sonnabendfrüh nicht die Tore auf, ist ohne Frage auch er seinen Job los. Davor hatten mit Rainer Schwarz, Hartmut Mehdorn und Karsten Mühlenfeld bereits drei „Chefpiloten“ vorzeitig den Abflug gemacht. Außerdem fegte der BER-Schleudersitz fünf Bauleiter aus dem Amt, zuletzt vor einem Jahr Carsten Wilmsen, der auf „eigenen Wunsch“ seinen Hut nahm, um sich „außerhalb der Luftverkehrsbranche“ weiterzuentwickeln … Seither ist der Posten vakant, wegen Sparzwängen und Corona.

Ein Schelm würde spötteln: Seit kein Obertechniker mehr da ist,

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