Wir sind viele

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30-10-20 08:12:00,

Grundlage der Auswertung bilden die Daten des Demo-Terminkalenders auf demo.terminkalender.top. Ausgewertet werden alle dort zwischen dem 28. Juni und dem 4. Oktober eingetragenen Protestveranstaltungen. Die Betreiber des Demo-Terminkalenders beschreiben ihn als „Beitrag für eine rationale und evidenzbasierte Corona-Politik in Deutschland“.

Die dort erfassten Veranstaltungen sind daher mit hoher Wahrscheinlichkeit der systemkritischen Widerstandsbewegung zuzuordnen. Alle Einträge werden manuell geprüft, um Falscheintragungen zu vermeiden. Laut den Betreibern zählt die Seite monatlich über zwei Millionen Aufrufe.

Diese Punkte deuten auf eine qualitativ hochwertige Datengrundlage hin, die die Realität in ausreichendem Maße widerspiegelt, um daraus belastbare Erkenntnisse ableiten zu können. Diese Ansicht bestätigt sich in der folgenden Analyse mehrfach. Begrenzungen der Daten sind unter anderem ihre fehlende Vollständigkeit, denn nicht alle Protestaktionen, die stattfanden, wurden auch im Demokalender eingetragen. Dazu können Veranstaltungen im Kalender vorhanden sein, die nicht stattgefunden haben. Diese Fehler beeinflussen zwar das Bild, ihr Effekt ist jedoch gering — was sich an den gut nachvollziehbaren Ergebnissen zeigt.

Von Ende Juni bis Anfang Oktober wurden in fünfzehn Wochen 2.236 Protestaktionen in 387 Städten und Gemeinden registriert. Das entspricht durchschnittlich etwa 144 Veranstaltungen pro Woche, verteilt über ganz Deutschland. Die gleichmäßige Verteilung der Protestaktivität ergibt sich aus der Karte in Abbildung 1. Jeder rote Punkt zeigt eine Stadt oder Gemeinde an, zu der mindestens ein Veranstaltungseintrag vorliegt. Die unterschiedlich gefärbten Flächen zeigen die Bevölkerungsdichte der Landkreise an.

Bild

Wir erkennen, dass — wie zu erwarten — mehr Demonstrationen in bevölkerungsreichen als in bevölkerungsarmen Gegenden registriert wurden. Mehr noch: Die Dichte der roten Punkte entspricht recht genau der Bevölkerungsdichte — bis auf geringe Abweichungen. An dieser Stelle ergeben unsere Daten ein gut erklärbares Bild, das zudem den Erwartungen entspricht. Das ist ein weiteres Zeichen für die Güte des Datensatzes. Darüber hinaus können wir aus den sehr ähnlichen Dichteverteilungen der roten Punkte auf der Karte und der Bevölkerungsdichte folgern, dass sich überall in Deutschland Widerstand regt. Insbesondere gleichermaßen in urbanen und ländlichen Gebieten. Dort, wo mehr Menschen pro Fläche leben, wird mehr demonstriert. Würden wir die Karte um diesen Faktor korrigieren, ergäbe sich ein Bild mit sehr gleichmäßig über Deutschland verteilten Punkten. Wir sehen also: In ganz Deutschland wird demonstriert.

Abbildung 2 zeigt die Anzahl der eingetragenen Demonstrationen pro Kalenderwoche (KW). In KW 31 und 35 liegen jeweils der 1.

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