«Well, son of a bitch. He got fired.»

«well,-son-of-a-bitch-he-got-fired.»

31-10-20 10:35:00,

Helmut Scheben

Helmut Scheben / 31. Okt 2020 –

Als Joe Biden diesen Satz sagte, wusste er nicht, dass er einer seiner grössten Fehler im Wahlkampf sein würde.

Am 23. Januar 2018 erzählte Joe Biden in einer Podiumsdiskussion des Council on Foreign Relations, einer der einflussreichsten Denkfabriken in Washington, wie er den ukrainischen Generalstaatsanwalt Wiktor Schokin aus dem Amt entfernen liess. Schokin ermittelte wegen Korruptionsverdacht gegen den Gaskonzern, in dem Bidens Sohn Hunter einen lukrativen Posten im Verwaltungsrat hatte. Biden sagte vor laufenden Kameras, er habe Anfang 2016 der Regierung in Kiew gesagt, wenn Schokin nicht innert sechs Stunden gefeuert werde, gebe es kein Geld von den USA.

«I looked at them and said ‘I’m leaving in six hours: if the prosecutor is not fired, you’re not getting the money’. Well, son of a bitch. He got fired.»

Bei dem Geld handelte es sich um eine Tranche von einer Milliarde Dollar im Rahmen eines grossen IWF-Hilfsprogramms für die Ukraine. Biden war als Vizepräsident unter Barak Obama zuständig für die Ukraine-Politik und hatte sich lautstark für einen Machtwechsel eingesetzt. US-Energiekonzerne planten Öl- und Gasgeschäfte in der Ukraine. Die USA wurden von Russland beschuldigt, Drahtzieher hinter dem Aufstand in Kiew zu sein.

Zwei Monate nachdem der Machtwechsel vollzogen war, meldete Burisma Holdings, der grösste private Gaskonzern der Ukraine mit Offshore-Sitz in Zypern, der Vorstand werde um Hunter Biden erweitert. Seine monatlichen Bezüge wurden in den Medien auf 50’000 Euro geschätzt.

Man stelle sich einmal vor, Donald Trump unterstütze einen gewaltsamen Machtwechsel in Venezuela und zwei Monate nach dem gelungenen Putsch nehme ein Sohn von Mike Pence Einsitz im Verwaltungsrat des grössten venezolanischen Ölkonzerns. Was würde wohl Nancy Pelosi dazu sagen?

In Grossbritannien liefen 2014 bereits Korruptionsermittlungen gegen einen der Burisma-Eigentümer, den ehemaligen ukrainischen Umweltminister Mykola Slotschewski. Joe Biden setzte nun offensichtlich auf massive Erpressung, um die Ermittlungen gegen die Firma, in der sein Sohn sass, abzuwürgen. Nicht ohne Grund. Man darf vermuten, dass im Laufe der Strafuntersuchung unter anderem eine Menge Details und Hintergründe über den Machtwechsel in der Ukraine ans Licht gekommen wären.

Nach der Entlassung von Generalstaatsanwalt Schokin stellte sein Nachfolger die Ermittlungen gegen Burisma aus Mangel an Beweisen ein. Der damalige US-Botschafter in Kiew warf der Ukraine aber vor,

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