Zensur: Jetzt geht es um Bücher

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01-11-20 09:27:00,

Die neue Lockdown-Zeit beschert vielen Menschen – leider – ordentlich Zeit. Wer Bücher lesen will, darf sich zunehmend nur noch in einer eingeschränkten Auswahl Lieblingswerke aussuchen. Waren bis dato oftmals nur einige Bücher auf seltsame Weise in Buchhandlungen vor Ort „ausverkauft“, verschwinden immer mehr Bücher von den großen Listen. Dies dürfte ein neuer Akt der Zensur gegen unliebsame Kritik sein. Der Fall ging in den vergangenen Tagen unter. Daher:

„Der Buchhandel stand in Deutschland seit Jahrzehnten dafür, unterschiedliche Werke, die Verlage druckten, zumindest lieferbar und damit verfügbar zu machen – sofern sie rechtlich ausgeliefert werden durften. Die Zeit scheint in Zeiten der Politischen Korrektheit nun vorbei zu sein. Der Buchhandel diskutiert darüber, unliebsame Verlage (davon gibt es einige) unabhängig vom Titel seiner Werke und zudem Einzelwerke nun einfach aus dem Programm zu nehmen – auch Online. Das Projekt nennt sich „Auslisten“.

Meinungsfreiheit vs. Wirtschaftsfreiheit – hier geht es um Sie

Nun hat der Handel ganz sicher allgemein das Recht, über sein Sortiment alleine verfügen zu dürfen. Nur im Staatssozialismus wären Anordnungen von oben möglich. Und  umgekehrt sollte der Souverän, das kaufende und lesende Volk, wissen, was der Buchhandel, der Teil einer Aufklärungskultur sein soll(te), so plant.

Im „Börsenblatt“ wurde ein Beitrag deutlich: „Trotzdem will nicht jede Buchhandlung Titel von aggressiven Verschwörungstheoretikern oder neurechten Verlagen verkaufen. Individuelle Sperroptionen sollen jetzt für mehr Gestaltungsspielraum im Onlinesortiment sorgen.“

Einen ähnlichen Ton schlägt der Sprecher einer „IG Meinungsfreiheit“ (ein erstaunlicher Name) an. „Es leuchtet ein, dass alles andere auch eine Umkehrung der Meinungsfreiheit wäre.“

Um es auf den Punkt zu bringen: Hier geht es nicht um die „Meinung“ einzelner Händler, die ihnen  unbenommen sei. Es geht um die Funktionsfähigkeit des Meinungsmarktes – wenn ganze Verteilungswege für (juristisch nicht zu verfolgende) „Meinungen“ in Form von Büchern versperrt werden. Hier sollen und dürfen sich ja erst die Kunden die Meinung bilden. Grossisten wie „Libri“ möchte nun offenbar für 700 Webshops einen Sperrliste für bestimmte Artikelnummern anbieten. Sie können diese Artikel dann in diesen Online-Buchhandlungen nicht mehr kaufen. Weil „Libri“ offenbar der „Meinung“ ist, diese Bücher dürften nicht verkauft werden.

„KNV“, ein noch größerer Händler, ist jetzt schon bereit, seinen etwa 1.300 „Partnerbuchhandlungen“ die Möglichkeit einzuräumen, ganze Verlage aus dem Angebot zu nehmen. Eine anti-freiheitliche Zensur,

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