Assange weiterhin in Haft, Journalisten aufgerafft?

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02-11-20 01:38:00,

Am Donnerstag, den 29. Oktober, hieß es für Julian Assange und die weiteren Beteiligten, wieder den aller vier Wochen stattfindenden Haftprüfungstermin wahrzunehmen. Fast ein bisschen wie „Dinner for One“, aber leider bitterer Ernst. Am Abend hatte dann der irisch/britische Journalistenverband eine Zoom-Konferenz für Mitglieder ausgerichtet und hiervon war ich dann schon eher positiv überrascht. Ein Bericht, diesmal aus dem Heimbüro in Irland, von Moritz Müller.

Gestern regnete es auch in London, aber trotzdem war der harte Kern der dortigen Unterstützer der Pressefreiheit, diesmal wieder vor dem altbekannten Westminster Magistrates Court, versammelt (Video). Diesmal hatte das Gericht den Nichtregierungsorganisationen und sonstigen Beobachtern, die aus der Ferne beobachten wollten, komplett den Hahn zugedreht. Somit war es Journalisten vor Ort und sechs „sonstigen“ Beobachtern vorbehalten, das zweiminütige Geschehen zu beobachten.

Auf die Besuchertribüne gelangten unter anderem Assanges Vater John Shipton und die Vertreterin von Reporter ohne Grenzen, Rebecca Vincent, die nach der Anhörung auch ein kurzes Statement abgab.

Julian Assange, der per Video zugeschaltet war, durfte seinen Namen und sein Geburtsdatum sagen. Sein Verteidiger Edward Fitzgerald QC (Queen‘s Counsel) war persönlich anwesend, genau wie der Anklagevertreter Joel Smith QC. Die einzige Überraschung war, dass nicht die Bezirksrichterin Vanessa Baraitser, die seit letztem Jahr das Verfahren führt, anwesend war, sondern Richter Ikram. Mir schwant aber, dass sie dies am 1. Oktober im Old Bailey schon angekündigt hatte.

An diesem Donnerstag vor vier Wochen verließ ich schockiert und desillusioniert das Gericht und trat, anders als Julian Assange, ins Freie. Die Sonne war gleißend, die Unterstützer machten berechtigterweise einen Heidenlärm und mir war, als hätte mich jemand ausgespien. Die letzten Tage im Old Bailey waren erfüllt von ärztlichen Zeugenaussagen über Assanges Gesundheitszustand und die barbarischen Haftbedingungen, die ihn in den USA erwarten würden. Auch die absolute Verletzung seiner Privatsphäre durch die wahrscheinlich von US-Diensten beauftragte Überwachung rund um die Uhr kam zur Sprache. Dazu ist in Spanien gerade ein Verfahren anhängig, dessen Ergebnis hoffentlich noch Einfluss auf das Assange-Verfahren haben wird. Darüber wird beizeiten zu berichten sein.

Ich war nur Beobachter und man mag sich eigentlich gar nicht vorstellen, wie Julian Assange sich in dieser ausweglosen Situation fühlt. Das Schlimme ist ja, dass er damit nicht alleine ist auf unserer im wahrsten Sinne verrückten,

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