Trump ante portas? | KenFM.de

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04-11-20 10:55:00,

Was wäre, wenn Donald Trump weitere vier Jahre im Amt bliebe? Welche Auswirkungen hätte seine Wiederwahl für Deutschland und die Welt? Rainer Rupp blickt auf Trumps Präsidentschaft zurück und wagt eine Vorschau auf eine mögliche Verlängerung der „America first“-Ära.

Von Rainer Rupp.

Falls Präsident Donald Trump die Wiederwahl schafft, wird sich in der US-amerikanischen militärischen und wirtschaftlichen Außenpolitik nicht viel ändern; zum Entsetzen der mächtigen neoliberalen Finanzeliten und ihrer politischen und medialen Wasserträger in europäischen und anderen US-Vasallenstaaten. Diese parasitäre Klasse hatte ihre Hoffnungen auf den Kandidaten der Demokratischen Partei Joe Biden gesetzt. Denn Biden bzw. seine Berater und politischen Kräfte, die hinter ihm stehen, hatten den Vasallen versprochen, die transatlantischen Beziehungen wieder zu heilen, die Trump schon direkt nach seinem Amtsantritt so brutal zertrampelt hatte

Als „Zerstörer“ der angeblich so bewährten „liberalen Ordnung“ war er in allen westlichen Staaten, vor allem aber in Deutschland, auch von Kanzlerin Merkel, beschimpft worden, nachdem er sang- und klanglos das bereits weit gediehene, kurz vor der Unterzeichnung stehende Lieblingsprojekt des transnationalen Eliten, nämlich TTIP, kassierte und in der Versenkung verschwinden ließ.

TTIP steht für die „Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft„, die der Bevölkerung als harmloses Freihandels- und Investitionsschutzabkommen in Form eines völkerrechtlichen Vertrags zwischen der Europäischen Union und den USA verkauft werden sollte. Tatsächlich aber wäre durch TTIP unter anderem die Gerichtsbarkeit über Konflikte zwischen den Interessen der transnationalen Großkonzerne und den nationalen, vom Parlament beschlossen Gesetzen, von staatlichen Gerichten an private „Experten“-Gerichte übertragen worden, die von den Großkonzernen eingerichtet worden wären.

TTIP war nichts anderes als ein Putschversuch der globalisierten Eliten, um in Wirtschafts- und Handelsfragen die nationalen Parlamente zu entmachten und Konflikte zwischen Unternehmen und dem Staat mit eigenen Privatgerichten beizulegen, natürlich auf Kosten der Steuerzahler, zu denen die Eliten in der Regel nicht gehören.

Kein „vernünftiger Mensch“ könne gegen TTIP sein, tönten damals auch in Deutschland die Vertreter der Eliten, die ihre Schäfchen bereits im Trockenen wähnten. Auch die Demonstrationen gegen TTIP, die mit 250.000 Teilnehmern zu den größten in unserem Land gehörten, konnten die Eliten und die ihnen unterstellte Merkel-Regierung nicht zum Umdenken verleiten. Aber dann wurde Trump zum US-Präsidenten gewählt, und wenige Wochen nach seinem Amtsantritt war TTIP vom Tisch. Dafür hätte die deutsche Bevölkerung Präsident Trump echt dankbar sein müssen und über manche seiner Charakterfehler hinwegsehen können.

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