Ode an die Freude

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05-11-20 11:37:00,

Als Jugendliche wurde ich des Öfteren von bedrückenden Albträumen geplagt. Welche Erleichterung, wenn ich nach dem Aufstehen feststellte, dass es sich nur um ein fieses Nachtgespenst handelte und alles wieder in Ordnung kam, sobald ich in meinem warmen Bett die Augen aufschlug. Grenzenlos die Erleichterung, wenn das milde Tageslicht die Schrecken der Nacht vertrieb wie eine heiße Dusche die Eiseskälte nach einem zu langen Winterspaziergang.

In den vergangenen Monaten kam es mir manchmal so vor, als hätte sich dieses Erleben umgedreht. Hin und wieder war es mir trotz „Corona-Pandemie“ vergönnt, nach einem federleichten Traum mit einem Lächeln auf den Lippen aufzuwachen. Doch während die beflügelnden Traumbilder noch ein Weilchen in mir nachklangen, bahnte sich die bedrückende Realität bereits unerbittlich ihren Weg in meine Gedankenwelt. Und schon war sie wieder da — die ganze Wucht der Ereignisse rund um das „böse“ Virus.

Sehr früh war ich durch die Informationen eines Dr. Wolfgang Wodarg und die mutigen, offenen Worte eines Prof. Sucharit Bakhdi an Bundeskanzlerin Angela Merkel hellhörig geworden. Diese Videos lieferten mir konkrete Anhaltspunkte für meine diffusen Zweifel und das gleich zu Beginn aufkeimende Unbehagen. In mir wuchs die Hoffnung, dass diese einseitige, Panik schürende Betrachtung in Kürze einem erweiterten, gemäßigten Blickwinkel weichen würde und es bei uns in Deutschland niemals zu einem Lockdown kommen könnte.

Doch je öfter ich mich mit den investigativen Berichten unabhängiger Journalisten und Wissenschaftler beschäftigte, desto mehr wurde mir bewusst, dass ich gerade dabei war, meine höchstpersönliche Büchse der Pandora zu öffnen. Mehr und mehr wurde der Abgleich dieser Berichterstattung mit den Verlautbarungen der öffentlich-rechtlichen — was für ein unehrliches, anmaßendes Attribut! — Medien zur Routine. Hatte ich noch vor kurzem die Nachrichten im Radio nur zwangsläufig über mich ergehen lassen, weil ich den stereotypen Meldungen seit jeher wenig Bedeutung beimaß und eigentlich nur auf den anschließenden Wetterbericht wartete, schenkte ich den täglich absurder werdenden Radio- und Online-Meldungen nun regelmäßig meine volle Aufmerksamkeit.

Mehr als einmal fühlte ich mich dabei fatal an meine Mutter erinnert, die bis ins hohe Alter nahezu stündlich das Radio einschaltete. Erst sehr spät hatte ich begriffen, dass ihr die schreckliche Zeit des Zweiten Weltkriegs und der damit verbundene, überlebenswichtige Fliegeralarm wohl ein Leben lang in den Knochen saßen. Verzeih mir Mama, wenn ich diese Marotte oft ironisch belächelte! Nun hing ich also selber „an der Nadel“!

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