Seltsamer Tod des Mittelstandspräsidenten | Von Hermann Ploppa | KenFM.de

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05-11-20 02:28:00,

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Ein politischer Nachruf auf Mario Ohoven

Ein Standpunkt von Hermann Ploppa.

Am Samstag, den 31. Oktober verunglückte der langjährige Präsident des Bundesverbandes Mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven, mit seinem Bentley tödlich. Rettungsmannschaften versuchten den mit dem Tode Ringenden aus dem vollkommen zerstörten Auto zu befreien – ohne Erfolg. Ohoven befand sich auf einem übersichtlich gradlinigen Teilabschnitt der Autobahn 44 zwischen Ratingen und dem Autobahnkreuz Düsseldorf-Nord, als seine Luxuskarosse aus bisher nicht weiter geklärten Gründen von der Fahrbahn abkam und mit der Leitplanke kollidierte. Es handelt sich um einen sogenannten Alleinunfall, das heißt: andere Verkehrsteilnehmer waren in diesen Unfall nicht verwickelt.

Über die Begleitumstände und die Ursachen dieses tragischen Unfalls kann im Augenblick noch nichts Endgültiges gesagt werden. Ob der vierundsiebzigjährige Ohoven einen Schwächeanfall erlitten hat, oder ob das Auto versagt hat, oder ob andere Ursachen verantwortlich gemacht werden müssen – wir wissen es nicht. Soviel kann aber eindeutig gesagt werden: Der plötzliche Tod von Mario Ohoven kommt in einem sehr entscheidenden Augenblick. Ohoven war seit 1998 Präsident des Bundesverbands Mittelständische Wirtschaft. Er hat seinen Verband immer wieder kraftvoll in die politische Debatte einbringen können. Ab dem Jahre 2004 übernahm der Rheinländer dann auch noch die Präsidentschaft über den europäischen Dachverband mittlerer und kleiner Betriebe CEA-PME. Dem europäischen Dachverband gehören Mittelstandsvereinigungen aus 15 Ländern an. Ohoven sorgte dafür, dass der 1992 gegründete CEA-PME ein größeres politisches Gewicht in Brüssel bekommen hat, unter anderem durch die Registrierung als Lobbygruppe bei der Europäischen Kommission. Allerdings betragen die Ausgaben der Mittelständler für Lobbying in Brüssel gerade mal bescheidene 16.000 Euro.

Mario Ohoven war eine schillernde Figur. Er stammte aus einem Unternehmerhaushalt. Ohoven ist nicht das Sinnbild des typischen Mittelständlers gewesen. Kein Dachdeckermeister oder etwa Inhaber einer Maschinenbaufirma. Ohoven verdiente sein nicht geringfügiges Einkommen als Vermögensberater. Oder genauer: als Anlageberater. Er beriet also vermögende Mitbürger, wie sie ihr Geld so anlegen, dass sie möglichst wenig Steuern zahlen müssen. Seine Klientel bestand folglich oftmals aus Personen, die weit mehr als mittelständisches Vermögen ihr Eigen nennen durften. Entsprechend orientierte sich Ohoven an den Reichen und Schönen dieser Welt.

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