Prophet der Endzeit

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06-11-20 11:16:00,

Es war passenderweise im Jahre 1984, als wir im Deutschunterricht das Buch mit dem mysteriösen Titel „1984“ durchnahmen, welches unser Lehrer der literarischen Kategorie „Dystopie“ beziehungsweise „Science-Fiction“ zugeordnet hatte. Der Autor war ein gewisser George Orwell. Wir haben damals weniger über den Autor als über das Buch gesprochen, und so blieb mir zwar die Geschichte in Erinnerung, der Mann dahinter jedoch nicht.

Das ist nun 36 Jahre her, aber ich erinnere mich noch genau daran, wie die meisten in der Klasse die geschilderte Handlung seltsam und geradezu unrealistisch fanden. In der Öffentlichkeit waren damals noch keine Überwachungskameras zu sehen, und niemand hatte ein Gerät zuhause, welches jedem unserer Worte lauschen konnte. Es gab noch nicht einmal ein Telefon in jedem Haushalt, geschweige denn einen Fernseher mit Tausenden von Programmen.

So etwas wie Internet konnte sich damals niemand von uns vorstellen. Und doch existiert es heute wie selbstverständlich, und auch Überwachungsgeräte, wie sie in „1984“ vorkommen, haben Einzug gehalten in unser Leben und in unser Heim.

Lange war es relativ still um dieses Buch. Jedoch tauchten in den letzten Wochen auf diversen Internetforen vermehrt Hinweise auf dieses Buch und seine Handlung auf, sodass ich mich wieder intensiver damit beschäftigte. Ich wollte vor allem wissen, wer dieser George Orwell eigentlich war.

Das Buch erzählt die Geschichte eines durchschnittlichen Mannes, der in einem fiktiven Staat der totalen Überwachung und Kontrolle einer diktatorisch-technokratischen „Eine-Welt-Regierung“ unterworfen ist.

Es erzählt vom Verlust von Freiheit und Frieden, Individualität und Kreativität, vom Verlust von Vertrauen und Geborgenheit, vom Verlust von Liebe und Freundschaft, ja gar vom Verlust der Lebensfreude selbst, zugunsten eines allmächtigen Staates — „Ozeanien“ —, dessen sozialistische Einheitspartei mit den Mitteln der Angst und Gewalt das Volk in einem nie endenden Ausnahmezustand im Kampf gegen einen unsichtbaren Feind — Big Brother — in Schach hält.

Institutionen, Polizei und Armee dienen ausschließlich der Überwachung der Bürger und sorgen ohne Ausnahme für die Einhaltung der von der Regierung vorgegebenen Regeln. Andere Bürger, ja sogar Kinder, unterstützen die Polizei darin, indem sie andere bespitzeln und verraten. Die Regierung bestimmt, was richtig und was falsch ist, und verkehrt dafür sogar die sinngemäße Aussage von Worten in ihr Gegenteil:

„Krieg ist Frieden“, „Freiheit ist Sklaverei“ und „Unwissenheit ist Stärke“ sind die bekanntesten und vielzitierten Parolen des „Ministeriums für Wahrheit“.

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