Kritischer Gesundheitsamt-Chef versetzt: Über 130 Ärzte protestieren scharf

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08-11-20 07:06:00,

München – Der Mediziner und ehemalige Leiter des Gesundheitsamtes Aichach-Friedberg in Bayern ist abgesetzt. Der Beamte soll stattdessen auf Weisung der bayerischen Regierung im Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit arbeiten. Als Grund dafür vermutet der Arzt seine Kritik an der bayerischen Landesregierung im Umgang mit der Corona-Pandemie. Wörtlich sagte Pürner in einer virtuellen Pressekonferenz am Freitag: „Mit dieser Strafversetzung soll ein Exempel statuiert werden. Das ist meine persönliche Meinung, so empfinde ich das. Damit soll ein Zeichen gesetzt werden, dass sich keine weiteren Amtsärzte mehr beschweren über Vorgänge und Maßnahmen.“

Pürner hatte in der Vergangenheit in sozialen Netzwerken wie Twitter und in vielen Medien wie auch dem bayerischen Rundfunk mehrfach den Anti-Corona-Kurs der Staatsregierung kritisiert. So rief Pürner zur „Verhältnismäßigkeit von Maßnahmen“ auf und kritisiert zudem den gegenwärtigen Fokus auf die Inzidenzwerte. Der jetzt versetzte ehemalige Gesundheitsamt-Chef bezweifelt zudem außerdem die Wirksamkeit von Alltagsmasken aus Stoff.

In einem offenen Brief an die bayerische Staatsregierung protestieren jetzt über 130 Ärzte (Stand Sonntagmorgen, 7.30 Uhr) gegen die Absetzung des kritischen Mediziners. Initiiert wurde das Schreiben von Dr. med. Steffen Rabe, Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin aus München sowie Dr. med. Martin Hirte, Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, ebenfalls München. Mittlerweile wurde das Protestschreiben von Mediziner verschiedener Fachrichtungen aus dem ganzen Land unterzeichnet. 

„Ein wissenschaftlicher Diskurs muss in einer demokratischen Gesellschaft jederzeit auch öffentlich geführt werden können, vor allem in einer Situation, in der die Politik weitreichende Eingriffe in das menschliche Miteinander und in viele demokratische Grundrechte mit dem Verweis auf ‚die Wissenschaft‘ zu rechtfertigen versucht“, heißt es hier wörtlich. 

Friedrich Pürner habe „als Wissenschaftler und Arzt von diesem unverbrüchlichen Recht der freien Meinungsäußerung Gebrauch gemacht, ohne dass seine Dienstpflichten als Leiter des Gesundheitsamtes Aichach-Friedberg hierunter gelitten hätten“. Die von ihm als „Arzt und Epidemiologe geäußerten Positionen zu unter Fachleuten ohnehin umstrittenen Maßnahmen und Verordnungen der bayerischen Regierung“ waren nach Ansicht der Verfasser des Protestbriefes „zu jedem Zeitpunkt wissenschaftlich fundiert und ohne jedes parteipolitische Konnotat“.

Seine Absetzung von der leitenden Funktion am Gesundheitsamt stellen nach den Worten der Ärzte einen „in unseren Augen inakzeptablen autoritären Versuch dar, legitime und in der aktuellen Situation besonders notwendige ärztlich-wissenschaftliche Diskussionen zu unterdrücken“. Zudem würden die „unzumutbar belastenden Rahmenbedingungen, unter denen diese Maßnahme stattfindet (Wechsel des Tätigkeitsortes binnen einer Woche)“ zudem den Verdacht nahelegen,

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