Power-Frauen verraten ihr Männer-Profil

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08-11-20 02:17:00,

Christian Müller

Christian Müller / 08. Nov 2020 –

Die Polit-Propaganda gegen die Konzern-Verantwortungs-Initiative lässt tief blicken. Frauen buhlen um Frauenstimmen für ein Nein.

Mann weiss es und ist überzeugt: Die Gleichberechtigung der Frauen ist auch in der Schweiz noch nicht vollständig erreicht. Auch in die Führungsgremien gehören mehr Frauen. Sie denken meist langfristiger und bringen oft auch soziale Gesichtspunkte in die Diskussionen, die von Männern zwecks Vereinfachung der Entscheidungskriterien gerne verdrängt werden.

Dass die Frauen in der Schweizer Wirtschaft aber bereits recht gut vertreten sind, ist auch kein Geheimnis. In der «Schweiz am Wochenende», also den CH Media-Zeitungen, steht ein ganzseitiges Inserat gegen die Konzern-Verantwortungs-Initiative. Darauf werden die Köpfe von 18 prominenten Wirtschaftsvertretern gezeigt – oder eben genauer: von 10 Wirtschaftsvertretern und 8 Wirtschaftsvertreterinnen. Sie beanspruchen, repräsentativ für die Schweizer Wirtschaft zu sein, denn die Headline der Anzeige heisst ganz einfach: «Die Schweizer Wirtschaft sagt NEIN zur untauglichen Konzern-Verantwortungs-Initiative.» Daraus kann man schliessen: In der Schweizer Wirtschaft haben die Frauen bereits zu 44,5 Prozent das Sagen. So schlecht ist das ja auch wieder nicht.

Ganzseitige Anzeige in der «Schweiz am Wochenende»: 8 von 18 gezeigten Wirtschaftsrepräsentanten sind Frauen, davon vier besonders gross hervorgehoben. (Die kleingedruckte Namenliste darunter ist nicht wiedergegeben, da hier unleserlich.)

Eine zweite Anzeige in den gleichen Zeitungen, eine halbe Zeitungsseite gross, lässt allerdings einige rote Lämpchen aufleuchten. Die Headline: «FRAUEN GEGEN Konzern-Verantwortungs-Initiative KVI: Offener Brief an die Kirchen». Darin fordern 35 «Christliche Frauen aus der ganzen Schweiz» die Kirchen in der Schweiz auf, auf die Befürwortung der Konzern-Verantwortungs-Initiative zu verzichten. Die Ziele der KVI seien zwar gut, schreiben sie, der «darin vorgeschlagene Weg» sei aber «unrealistisch» und laufe den «beabsichtigen Zielen sogar entgegen.» (Ja, auch der Druckfehler «beabsichtigen» statt «beabsichtigten» ist original.) Die 35 Frauen, allesamt National- oder Ständerätinnen der SVP, FDP und CVP, Stadträtinnen, Parteipräsidentinnen oder auch Unternehmerinnen, verteidigen «unsere Wirtschaft», die vor «aufwändigen Verfahren» geschützt werden soll.

Die Headline der (eine halbe Zeitungsseite grossen) Anzeige der «Christlichen Frauen» gegen die KVI in der «Schweiz am Wochenende».

Was kann daraus abgelesen werden?

Warum wenden sich ausgerechnet christliche FRAUEN (gross, wie in der Headline) gegen die KVI? Offensichtlich nehmen sie an, dass ausgerechnet Frauen den Ausschlag für ein Ja bei der Abstimmung geben könnten und dass deshalb ein Aufruf von FRAUEN bei den Frauen für ein NEIN zur KVI mehr Wirkung zeigen könnte.

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