Kanadisches Experiment: Mit Bargeld gegen Obdachlosigkeit

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09-11-20 11:26:00,

Covid19 hat eine schlimme Situation schlimmer gemacht: Obdachlose in Vancouver im Mai 2020. © Ted McGrath, CC

Wofür die Geldempfänger (links) und die Vergleichsgruppe während des Versuchsjahres ihr Geld ausgaben. © Foundations for Social Change

Daniela Gschweng / 09. Nov 2020 –

Ein Projekt in British Columbia gab Obdachlosen Tausende Dollar und sparte damit am Ende Geld.

Eine in Vancouver ansässige Wohltätigkeitsorganisation gab 50 Obdachlosen in der kanadischen Provinz British Columbia vor zwei Jahren jeweils 7’500 Kanadische Dollar. Ein Jahr später ging es ihnen messbar besser als einer Kontrollgruppe, die kein Geld erhielt. Am Ende hatten sie dem Staat damit sogar Geld gespart. Die «Foundation for Social Change» hat in Zusammenarbeit mit der University of British Columbia Anfang Oktober ihre Ergebnisse veröffentlicht.

Von 115 Teilnehmenden am «New Leaf Project» hatten diejenigen, die Geld erhalten hatten, schneller wieder stabile Wohnverhältnisse. Sie verbrachten nicht nur weniger Tage wohnungslos als die Kontrollgruppe, im Durchschnitt hatten sie nach drei Monaten wieder eine Wohnung.

Sozialer «Trickle-Down-Effekt»

Die Ernährungssicherheit der Geldempfänger verbesserte sich, was über den gesamten Zeitraum so blieb. Davon profitierten auch andere – sie gaben doppelt so viel Geld für die Ernährung ihrer Kinder aus wie die Vergleichsgruppe sowie durchschnittlich 27 Dollar für Kinderkleidung.

An der Studie nahmen 115 Personen im Alter von 19 bis 64 Jahren teil, die zuvor durchschnittlich sechs Monate obdachlos gewesen waren. Drei Fünftel davon waren Männer, ein Drittel der Teilnehmenden hatte Kinder, ein Viertel einen Arbeitsplatz. Menschen mit psychischen Gesundheitsproblemen und ernsthafter Substanzabhängigkeit schlossen die Forschenden bei Vorab-Interviews aus.

Wer das Geld erhalten sollte, wählten sie nach dem Zufallsprinzip aus. Die Teilnehmer beider Gruppen beantworteten alle drei Monate einen Fragebogen und führten nach sechs und zwölf Monaten ein ausführliches Interview mit den Forschenden. Alle Geldempfänger und ein Teil der Vergleichsgruppe nahmen an Workshops zur Selbstentwicklung teil. Die Studie ist noch nicht peer-reviewed, die Review ist laut «CNN» für nächstes Jahr angekündigt.

«Es stellt Stereotypen in Frage»

Für Claire Williams, CEO von «Foundations for Social Change», ist das Ergebnis eine «schöne Überraschung». «Es stellt die Stereotypen in Frage, die wir hier im Westen darüber haben, wie man Menschen,

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