Feuer in Syrien: Gezielte Zerstörung

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10-11-20 09:31:00,

Etwa 60 Prozent der syrischen Landwirtschaft seien bereits ganz oder teilweise zerstört, sagen Beobachter. Zu den Kriegsschäden kommen noch verheerende Brände. Sanktionen von EU und USA verschärfen zusätzlich eine Nahrungskrise in Syrien: Dem Krieg gegen Syrien folgt der Wirtschaftskrieg. Eine Reportage von Karin Leukefeld.

Mehr als 150 Feuer flammten Anfang Oktober in den syrischen Küstenprovinzen Latakia und Tartus auf. Innerhalb von vier Tagen waren 179 Dörfer und forstwirtschaftliche Betriebe ganz oder teilweise beschädigt. 40.000 Familien waren betroffen, drei Menschen starben, 80 Menschen wurden mit teilweise schweren Verbrennungen ärztlich behandelt. Häuser und Eigentum waren ganz oder teilweise zerstört. Tiere, Ernten, Felder, Wälder und Naturreservate waren verbrannt.

Betroffen waren die Wälder um Al Haffa und Slunfe, auch das Tal der Christen, Wadi Nasara und die Stadt Majd al Hilou wurden nicht verschont. 40.000 Zitronenbäume, 3,37 Millionen Olivenbäume und 259.000 weitere Bäume seien ganz oder teilweise verbrannt, heißt es in einem Bericht des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (ICRC). Zerstört wurden demnach auch zwei Tonnen Tabak, 4000 Bienenkörbe und 30.000 Meter Tropf-Bewässerungsanlagen.

Brandstiftung oder Klimawandel?

Die internationalen Beobachter des ICRC führen die jährlichen Brände im Mittelmeerraum auf den Klimawandel zurück. In einem Bericht werden für die mittlerweile jährlich auftretenden Feuer die „hohen Temperaturen, die warmen Ostwinde, trockene Kräuter und Büsche“ als Ursache genannt. Lokale Möglichkeiten, die Feuer einzudämmen und zu löschen, seien völlig überfordert, so der Bericht weiter. Das ICRC stellte zur Unterstützung der betroffenen Bevölkerung in Latakia, Tartus und der ebenfalls betroffenen Provinz Homs Hilfe im Umfang von 510.000 Schweizer Franken (CHF), umgerechnet etwa 480.000 Euro, zur Verfügung. Auch die syrische Regierung, die durch einseitige wirtschaftliche EU- und US-Sanktionen und die Folgen des zehnjährigen Krieges am Limit ihrer Möglichkeiten ist, kündigte für die Betroffenen finanzielle Hilfen an.

Verbranntes Land im Al Ghab

Die Feuer in der Küstenregion waren nicht die ersten Feuer, die Syrien in diesem Jahr heimsuchten. Im September brannte es in Hama und im fruchtbaren Al Ghab Tal. Im Sommer hatten Feuer im Nordosten des Landes Weizenfelder vernichtet. Die Weizenfelder wurden von den Gegnern Syriens gezielt in Brand geschossen, auch in den Wäldern der Provinz Hama gab es Brandstiftung.

Kilometerweit ziehen sich oberhalb der Ebene Al Ghab schwarze Flecken, die von den großen Feuern übriggeblieben sind.

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