Die Latte-macchiato-Klimaschützer | Von Roland Rottenfußer | KenFM.de

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11-11-20 03:11:00,

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In ihren Auswirkungen auf Klima und Gesundheit ist die Herstellung von Milchprodukten ähnlich schlimm wie die Fleischproduktion.

Ein Standpunkt von Roland Rottenfußer.

Es ist der riesengroße blinde Fleck in den aktuellen politischen Debatten: Wenn wir die beiden wichtigsten politischen Themen der letzten beiden Jahre betrachten — Klima und Corona —, so stellen wir fest, dass bei beiden Krisen die Massentierhaltung massiv ursächlich beteiligt war. Zum Thema machen dies die Medien jedoch nur selten — wenn nicht gerade ein „unübersehbarer“ Skandal wie im Fall Tönnies die Republik erschüttert. Und auch dann werden die richtigen Schlussfolgerungen nur selten gezogen. So gut wie nie wird dazu geraten, den eigenen Fleisch- und Milchkonsum drastisch zu reduzieren, obwohl dies bitter notwendig wäre. Übrigens auch, weil tierische Nahrungsmittel — speziell wenn sie schadstoffverseucht sind — das menschliche Immunsystem schwächen, was auch die Anfälligkeit für die so gefürchteten Viren erhöht. Vor allem aber, weil die Fleischproduktion auf unserem Planeten die Umweltsau Nr. 1 ist. Und die Milch? Macht‘s noch schlimmer.

Der Latte Macchiato war in letzter Zeit häufig Anlass für Sticheleien gegen eine angebliche überhebliche urbane Elite, vor allem im Milieu der Grünen-Wähler. Tatsächlich aber ist Latte Macchiato heutzutage nicht übermäßig elitär. Gemessen an den gesamtgesellschaftlichen Kosten der Milchproduktion ist das Getränk sogar noch ziemlich billig. Menschen, die bei Weißwürsten ethische Bedenken hätten, hängen die Latte bei Milchprodukten in der Regel nicht so hoch. Sie wähnen sich moralisch auf der sicheren Seite. Eine einfache Überlegung zeigt aber, dass dies falsch ist. Der überwiegende Teil der Umweltschäden wird nicht durch Tierquälerei angerichtet (die natürlich ebenfalls eine schlimme Sache ist), sondern durch die bloße Existenz einer so großen Anzahl von Tieren. Die Milchkuh belastet das Klima ebenso wie die Fleischkuh.

Auch demjenigen, den die Umwelt und das Leid der Tiere nicht so interessieren, sollte eines doch auf den Nägeln brennen: die eigene Gesundheit. Für alle, denen ethische Überlegungen „wurst“ sind, solange die Wurst schmeckt, hält John Robbins in seinem Buch „Ernährung für ein neues Jahrtausend“ (1) ein paar Argumente bereit, vor denen niemand die Augen verschließen kann.

Die moderne Massentierhaltung fordert auch von uns Menschen einen hohen Preis.

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