Krieg gegen das Volk

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11-11-20 01:18:00,

Im Jahre 2017 ereignete sich in Neuseeland ein kleines Wunder. Die bis kurz vor den Wahlen hoffnungslos zurückliegende Arbeiterpartei (Labour) fand in fast letzter Minute einen neuen Superstar als Spitzenkandidaten und erreichte durch einen beeindruckenden Endspurt ein Ergebnis, das ihr letztendlich die Regierung in die Hände legte, mit der gefeierten Jacinda Ardern als Premierministerin.

Die junge Frau ernannte sich im Rausch des Sieges gleich auch noch zur Ministerin zuständig für das peinliche Problem der Kinderarmut im Paradies, die sie zu beseitigen versprach. Das Volk jubelte. Des Weiteren wollte Jacinda sich auf den Bau von dringend benötigten Sozialwohnungen konzentrieren und verpflichtete sich zudem, eine Kapitalertragssteuer einzuführen, damit Spekulanten endlich auf ihre Gewinne Steuern zahlen. Versprachs und strahlte in die Welt hinaus, in die große, weite Welt, die sie aus unerfindlichen Gründen sogar für den Friedensnobelpreis nominierte.

Und dann, dann, drei Jahre später, vor der Wahl im Oktober dieses Jahres (in Neuseeland wird alle drei Jahre gewählt), stellte sich heraus, dass sie nicht ein einziges ihrer Versprechen gehalten hatte. Die Kinderarmut stieg schon vor Covid sogar noch weiter an, ganze 400 Häuser baute man in drei Jahren (in Neuseeland benutzt man Holz als Baumaterial, so ein Haus zu bauen geht also recht schnell) und von der Kapitalertragssteuer will sie nichts mehr wissen.

Am 23. März 2020 gab Jacinda Ardern drastische Maßnahmen bekannt, um die angebliche Covid-Epidemie einzudämmen. Zehntausende von Neuseeländern könnten elendigst zugrunde gehen, erklärte sie. Wenn ihr nicht auf mich hört. Hatte Jacinda sich Erlaubnis für diese tief in das Leben der Menschen eingreifenden Schritte vom Parlament geholt? Nein. Sie machte einfach.

Es wurden dann bis Mitte Oktober angebliche 23 Corona-Todesopfer. Bisher zwei Lockdowns. Normalerweise sterben hier zwischen 400 und 700 Menschen an Grippe im Winter. Jetzt beginnt demnächst der Sommer. Die menschlichen und wirtschaftlichen Konsequenzen der Maßnahmen machen sich erst langsam bemerkbar, da die Regierung bis zur Wahl mit Geld um sich geschmissen hat. Wer die dramatisch ansteigenden Schulden jemals bezahlen wird, ist ein Rätsel, das man geflissentlich ignoriert. Das Motto lautet: „Augen zu und weitermachen wie bisher.“ Und angeblich sei die Selbstmordrate, die traditionell sehr hoch ist in Neuseeland, nicht nur nicht gestiegen, sondern sogar gefallen. Wirklich? Nachfragen nicht erwünscht.

Am 19. August 2020 erklärte der Oberste Gerichtshof Neuseelands, dass ein Teil dieser Maßnahmen vom 23. März 2020 gesetzeswidrig war.

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