Missbrauchte Intensivbetten

missbrauchte-intensivbetten

11-11-20 01:18:00,

Die Intensivbetten für Covid-19-Patienten werden in drei Wochen knapp, sagte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) am 8. November anhand von Aussagen verschiedener Mediziner voraus. Ein zweiter Beitrag des Blattes zum Thema kündigte entsprechend die „Katastrophe von morgen“ für den Advent an.

Das waren zwei aktuelle Beispiele, wie derzeit Politik und Medien die Angstmache aufrechterhalten; nun mit der steigenden Zahl der Krankenhausbehandlungen, der Intensivpatienten sowie der Todesfälle „im Zusammenhang mit Covid-19“, wie es beim vom Tiermediziner Lothar Wieler geleiteten und dem Bundesgesundheitsministerium unter Jens Spahn (CDU) unterstehenden Robert Koch-Institut (RKI) heißt. Dabei wird übergangen, dass sich jedes Jahr im Herbst und Winter die Arztpraxen und Krankenhäuser mit Patienten wegen Erkältungen und Influenza füllen — bis zum jeweils drohenden Kollaps.

Wer die aktuellen Zahlen wissen möchte, findet sie beim RKI in dessen täglichen Situationsberichten sowie in den Tagesreporten vom Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi). Für das bessere Verständnis dieser offiziellen Zahlen sei auf den Faktencheck auf dem Blog Querschuesse von Steffen Bogs verwiesen, in dem tagesaktuell die offiziellen Angaben überschaubar aufbereitet werden.

Matthias Keilich hat vor wenigen Tagen auf Rubikon gezeigt, wie derzeit mit den Zahlen der belegten Intensivbetten „Wahrheit gemacht“ wird. Er hat nachgewiesen, dass es immer darauf ankommt, die Angaben ins Verhältnis zu den Zusammenhängen zu setzen. Zugleich zeigt auch das Thema der Intensivbetten, dass es in der Corona-Krise nicht nur um Zahlen geht.

Der Blick auf die Daten aus der Intensivmedizin macht deutlich, dass es wenig Grund für Panikmache gibt. Selbst laut Divi-Präsident Uwe Janssen ist eine Überlastung der intensivmedizinischen Kapazitäten nicht zu erwarten, wie das ZDF am 23. Oktober meldete. Es gebe ausreichend Betten und medizinisches Gerät, wurde Janssen zitiert, der aber zugleich auf den eigentlichen Engpass in jedem Winter hinwies: das fehlende Pflegepersonal.

„Die aktuelle Diskussion über die Zahl freier Intensivbetten führt zur Verunsicherung in der Öffentlichkeit“, erklärte am 3. November der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß. Zugleich machte er darauf aufmerksam, dass Einschnitte in den Normalbetrieb der Stationen notwendig wären, wenn alle Intensivbetten ausgelastet würden.

„Dieser Umstand ist eine Selbstverständlichkeit,

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: