Die Wellenmacher

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13-11-20 10:52:00,

Keine Frage, die zweite Welle ist da. „Wir erleben eine Explosion“, erschrickt der Regionaldirektor für Europa der Weltgesundheitsorganisation WHO, Hans Kluge (1). Recht hat er: Es explodieren die Fallzahlen von PCR-Testungen. Eine Überlastung von Intensivstationen droht — durch kollabiertes Testpersonal, dem vor lauter Testen keine Zeit zum Luftholen mehr bleibt.

Was explodiert ansonsten noch? Die Bangemache in Leitmedien. Die Verordnungswut von Infektionsschützern. Die Inzidenz von Sorgenfalten auf der Stirn von Regierungsvertretern in Talkshows, Nachrichteninterviews und Pressekonferenzen. Die Produktion von Angstschweißperlen auf der Gänsehaut des verstörten Fernsehpublikums. Die Umsätze mit PCR-Testkits, Mund-Nasen-Bedeckungen und Desinfektionsmitteln, neuerdings auch wieder von Klopapier. Die Bußgeldverfahren gegen Maskenverweigerer. Der Intelligenzverfall im Wahlvolk. Die Wahrnehmungsstörungen unter Verfassungsrichtern. Das Ausmaß der Freiheitsberaubung, gerechtfertigt durch eine „epidemische Lage“ ohne Notlage.

Zugleich explodiert das Gesamtvolumen der Gedächtnislücken in den Hirnen von Politikern und Journalisten, die ein weiteres Mal wie von Sinnen bei der Wellenmache mitspielen. Als hätten sich ihre Lieblingsexperten nicht bereits vor einem halben Jahr ausreichend blamiert, malen sie uns jetzt schon wieder eine drohende „Überlastung des Gesundheitswesens“ an die Wand, mit fehlenden Intensivbetten, erschöpftem Personal am Rande des Nervenzusammenbruchs und absehbaren Leichenbergen aus unbeatmeten Covid-19-Opfern. Herrje, „schon bald kann es zu einem Kollaps in vielen der 1.900 Krankenhäuser in Deutschland kommen“, weissagt Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU).

Im Frühjahr „war die Situation übrigens viel weniger dramatisch als das, was jetzt auf uns zukommt“, behauptet der Präsident der Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Uwe Janssens (2). „In 14 Tagen haben wir die schweren Krankheitsfälle, und unsere großen Zentren kommen unter Maximalbelastung“, weissagte Janssens am 29. Oktober 2020 (3). Am 4. November rechnete Janssens „spätestens in zehn Tagen“, also noch in der ersten Monatshälfte, mit „doppelt so viel Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen“ (4).

Der Countdown läuft also. Versäumen wir nicht, mitzuzählen.

„Wir müssen jetzt die Notbremse ziehen“, finden Medizin-Nobelpreisträger Jens Spahn und der plötzlich seltsam zahnlose Ärztepräsident Klaus Reinhardt unisono, wie einander nachgeplappert (5).

Und die Kanzlerin? Bei ihrer Pressekonferenz am 2. November zeigte sie sich bestürzt darüber, dass am Vortag über 12.000 neue „Fälle“ gemeldet wurden. Intensivfälle? Todesfälle? Infektionsfälle? Nein, bloß Fälle von positiven PCR-Tests. „Das ist in etwa eine Verdreifachung in 14 Tagen, eine Verfünffachung seit Mitte Oktober. Das ist exponentielles Wachstum, das uns mit zunehmender Geschwindigkeit auf eine akute Notlage in unseren Krankenhäusern zulaufen lässt“ (6).

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