Ceterum censeo: Positiv Getestete sind keine kranken Patienten

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14-11-20 10:23:00,

Urs P. Gasche

Urs P. Gasche / 14. Nov 2020 –

Die SRF-Tagesschau und die NZZ bezeichnen positive Fälle immer noch grobfahrlässig als Kranke oder als Patienten.

Unterdessen sollte es sich herumgesprochen haben, dass die allermeisten Personen, die auf Sars-Cov-2 positiv getestet werden, keine kranken Patientinnen und Patienten sind. Viele fühlen sich gesund, spüren keine oder nur milde Symptome, die sie nicht am Arbeiten hindern.

Die Krankheit Covid-19 setzt allerdings denjenigen, zumeist Vorerkrankten, heftig zu, bei denen schwere Symptome auftreten oder die zur Behandlung sogar ins Spital müssen.

Diese schweren Fälle sind für den Verlauf der Spitalbelastungen und für die notwendigen Massnahmen entscheidend. Denn das Hauptziel der Massnahmen besteht darin, dass unsere Spitäler nicht überlastet werden. Doch ausgerechnet über die Zahlen der Spitalauslastung wird unpräzis und sogar irreführend informiert. Am 11. November berichtete Infosperber, dass lautstark verbreitete Prognosen über Kapazitätsengpässe auf Intensivstationen falsch waren. Am Freitag 13. November waren noch 23 Prozent aller Intensivbetten in der Schweiz leer.

Doch diese Woche sorgte das Kantonsspital Freiburg HFR für Schlagzeilen, weil es fünfzig Sanitätssoldaten im Einsatz hat. Nötig sei dies nicht nur wegen mehr Covid-19-Patienten geworden, sondern auch, weil 121 Spitalangestellte «am Virus erkrankt» seien, erklärte Spitaldirektor Marc Devaud. Diese unglaubwürdige und nicht eingeordnete Zahl hinterfragte die SRF-Tagesschau vom 12. November nicht, sondern informierte darüber mit folgender Schlagzeile:

SRF-Tagesschau vom 12. November 2020

Mit diesen plakativen, nackten und nicht eingeordneten Zahlen konnten die Zuschauenden wenig anfangen und sie wurden zudem unnötig verängstigt.

    «121 Spitalangestellte an Corona erkrankt»

Kein Wunder, rief das Kantonsspital Sanitätssoldaten zu Hilfe, mussten die Zuschauenden denken. Doch die gleiche Information hätte die Tagesschau auch wie folgt formulieren können: «Wegen eines positiven Corona-Tests sind 3,5 Prozent des Spitalpersonals in Isolation, darunter auch 51 Pflegende und 9 Ärzte.»

Mit diesem Satz ist auch die Falschmeldung korrigiert, die 121 Angestellten seien alle «an Corona erkrankt». Die Tagesschau übernahm diese Information ungeprüft, obwohl sie äusserst unwahrscheinlich war. Auf Rückfrage bestätigte das Kantonsspital, dass es sich lediglich um «bestätigte positive Fälle» handelt, die sich in Isolation begeben mussten. Wie viele von ihnen effektiv erkrankt sind, wollte oder konnte die Generaldirektion des Spitals nicht angeben. Ob krank oder in Isolation: Im Spital arbeiten können sie natürlich nicht.

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